Durchsuchungen in sieben Bundesländern wegen manipulierter Pokerrunden

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Einsatz des Landeskriminalamtes Sachsen in mehreren Bundesländern wegen des Verdachts von Verbrechen des banden- und gewerbsmäßigen Betruges i. S. d.

Die Pokerrunden fanden unter anderem in Dresden, Hamburg, Leipzig und auf Mallorca statt.

Ziel der Einsatzmaßnahme ist die Vollstreckung sechs bestehender Haftbefehle und die Realisierung von 23 Durchsuchungsbeschlüssen sowie neun Arrestbeschlüssen. Bei den Durchsuchungen wurden zudem zahlreiche Beweismittel gefunden, darunter manipulierte Ausrüstung und Datenträger, ferner eine Schusswaffe und Betäubungsmittel. Dabei hätten die Tatverdächtigen laut LKA-Informationen die Spieler mithilfe manipulierter Technik betrogen. Insgesamt waren ca. 300 Beamte eingesetzt. Der Gewinn pro Spieltag habe sich im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich bewegt und sei zwischen den Betrügern "unter vorher festgelegten Konditionen untereinander aufgeteilt" worden, so das LKA. Seit 2014 wurde nach bisherigen Erkenntnissen auf diese Weise ein Gesamtgewinn von mindestens 660.000 Euro erzielt, wobei die Ermittlungen noch andauern. Bei mehreren Tatverdächtigen handelt es sich demnach um Mitglieder des Rockerklubs Hells Angels MC Berlin Central, so ein Sprecher des LKA Sachsen zu BILD. Seit mindestens April 2014 organisieren die Tatverdächtigen regelmäßig Pokerrunden und nehmen in vorher detailliert abgestimmter Aufgabenverteilung sowie mit wechselnder Beteiligung persönlich daran teil.

Bei den Turnieren sei "eigens dafür angeschafftes spezielles technisches und entsprechend manipuliertes Equipment" zum Einsatz gekommen, hieß es. Genauere Angaben zu den Opfern machten die Ermittler nicht.

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