Auflösung des Iran-Abkommens für Merkel "Grund zur Sorge"

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Katholikentag in Münster scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt.

Bundeskanzlerin Merkel habe gegenüber Rohani bekräftigt, dass Deutschland- wie auch Frankreich und Großbritannien- weiter an dem Nuklearabkommen mit Iran festhält, solange Iran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen weiter erfüllt.

Das Atomabkommen mit dem Iran sei sicherlich "alles andere als ideal", gab die Kanzlerin zu. "Ich glaube, dass es nicht richtig ist, ein Abkommen, das verabredet wurde, über das man im UN-Sicherheitsrat abgestimmt hat, einstimmig es gebilligt hat, dass man ein solches Abkommen einseitig aufkündigt", sagte Merkel.

Einer einseitigen nationalen Politik erteilte Merkel am Freitag eine Absage. "Wenn jeder macht, worauf er Lust hat, ist das eine schlechte Nachricht für die Welt", sagte die Kanzlerin. "Wir entscheiden uns auch in schweren Zeiten für die Stärkung des Multilateralismus", sagte die Kanzlerin in ihrem Impulsvortrag, an den sich eine Podiumsdiskussion mit Friedensforscher Tilman Brück und Peter Kardinal Turkson anschloss. Der Multilateralismus stehe nicht nur durch die Aufkündigung des Iran-Abkommens, sondern auch durch den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen unter Druck. Inwieweit das Iran-Abkommen ohne die Vereinigten Staaten noch am Leben gehalten werden könne, müsse sich noch zeigen.

Darüber hatte Merkel vor ihrer Rede in Münster mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani gesprochen. Es sei für sie, sagte Merkel, "ein Grund großer Sorge". Vier Menschen starben, mehr als 20 wurden verletzt.

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