Cambridge Analytica speicherte Facebook-Daten bis 2017

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Das inzwischen insolvente Unternehmen Cambridge Analytica sorgt weiter für Diskussionen über den Umgang mit persönlichen Daten von Facebook-Mitgliedern.

Das berichtete der britische "Guardian" am Montag unter Berufung auf interne Mails von Cambridge Analytica.

Wie "Spiegel online" schreibt, hat das Daten-Unternehmen lange nicht auf die Forderung von Facebook reagiert, die illegal ausgewerteten Daten zu löschen.

Der Fall werfe laut Guardian auch ein schlechtes Licht auf Mark Zuckerberg: Der habe im April 2018 bei der Befragung vor dem US-Senat ausgesagt, dass seinem Unternehmen von Cambridge Analytica und einer Reihe weiterer Firmen bestätigt worden sei, dass die Daten gelöscht seien. Laut dem Artikel seien wohl Rohdaten entfernt worden, nicht aber die daraus abgeleiteten - und für die zielgerichtete Werbeansprache wichtige - Analysen und Vorhersagemodelle.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Laut Facebook-Schätzungen könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein.

Am vergangenen Mittwoch erklärten Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group, sie hätten Insolvenz beantragt und stellen den Betreib ein. Die Medienberichte über die Firma hätten praktisch alle Kunden vertrieben, hieß es zur Begründung. Zugleich sind führende Mitarbeiter und Geldgeber bereits bei einer neuen Datenanalysefirma an Bord.

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