Polizeirazzia bei Flüchtlingen nach blockierter Abschiebung

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Yussif O. (23) sitzt seit Donnerstag in Abschiebehaft. Erst am Donnerstag konnte der Mann mit einem Großaufgebot der Polizei gefasst werden - auch an diesem Tag gab es gewaltsame Zwischenfälle. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und fachte eine Debatte über den Umgang mit Asylsuchenden an. Sie soll den Schutz der Bewohner und der Bevölkerung garantieren.

Lesen Sie auch: Seehofer: Kein Geld mehr für ausreisepflichtige Flüchtlinge? Bei dem Einsatz zu Wochenbeginn habe es sich aber um eine Routinemassnahme gehandelt, wie sie viele hundert Mal stattgefunden habe, sagte Polizeivizepräsident Weber. Den Widerstand der Flüchtlinge gegen die Staatsgewalt nannte er einen "Schlag ins Gesicht der rechtstreuen Bevölkerung". Die empörenden Widerstandshandlungen müssten mit aller Härte und Konsequenz verfolgt werden.

Der 23-jährige Mann aus Togo war als Flüchtling zunächst in Italien angekommen. Daraufhin gaben die Polizisten den Togoer wieder frei. Die Polizisten hätten den Togoer zurücklassen müssen, weil die Lage zu gefährlich und zu bedrohlich geworden sei. Er stehe "politisch voll hinter den Massnahmen der baden-württembergischen Sicherheitsbehörden und der Polizei".

"Seine Abschiebung und die Verhaftung sind rechtswidrig, weil jetzt Deutschland für sein Asylverfahren zuständig ist", sagte Anwalt Engin Sanli in Stuttgart.

"Das war eine Machtprobe gegen den deutschen Rechtsstaat und die haben wir zu gewinnen".

Am Donnerstag hatten sich nach Polizeiangaben Migranten der Kontrolle durch die Polizei widersetzt. Später sollen sie mit einem Angriff auf die Polizisten gedroht und so erreicht haben, dass die Schlüssel zu den Handschellen des 23-jährigen Togoers überreicht wurden. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen Drogendelikten, Diebstahls und Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Zehn weitere Flüchtlinge, die von den Behörden als Unruhestifter identifizierte wurden, werden als Folge in andere Unterkünfte verlegt.

Die Polizei verteidigte am Freitag erneut ihr Vorgehen vom Vortag.

Der in Ellwangen gefasste Flüchtling aus Togo soll nach Italien abgeschoben werden. So kam es unter anderem 2016 zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen. "Der Vorfall zeigt schon, dass die Unterbringung von Geflüchteten in großen Sammelunterkünften problematisch ist", sagte Mihalic.

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