Leiche im Neusiedler See: Erste Hinweise zum Opfer eingelangt

Einstellen Kommentar Drucken

Astrid Wagner, Verteidigerin des 63-jährigen Beschuldigten, meinte auf APA-Anfrage zu diesem Vorwurf, dass dies ursprünglich nicht geplant gewesen sei. In seiner Tiefkühltruhe bewahrte er Leichenteile auf.

Eisenstadt Ein Mann gibt zu, eine Frau getötet und Körperteile für den Verzehr eingefroren zu haben. Die Identität des Opfers ist laut den Ermittlern bisher nicht bekannt.

Um die Identität des Opfers zu klären, hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Beim Opfer soll es sich um eine 20 bis 30 Jahre alte Frau handeln. Ihr Gesicht war aufgrund der Tatbegehung und -umstände nicht mehr erkennbar, hieß es von der Polizei. Ihr rötlich-schwarzes Haar trug die Frau zuletzt kurz.

Der Beschuldigte, der eine Seehütte in der Ruster Bucht besitzt, hat ein umfangreiches Geständnis abgelegt und die Tötung und Zerstückelung der Frau zugegeben, berichteten die Ermittler. Laut Behörden zerstückelte der 63-jährige Tatverdächtigte die Frau nicht nur, er wollte die Leichenstücke auch noch essen. Er habe nur den vermeintlichen Vornamen des Opfers angeben können, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Verena Strnad.

Der Mann war bis 17. Oktober 2016 im Maßnahmenvollzug und wurde bedingt entlassen. Der Mann wurde laut Anwältin bereits zwei Mal wegen Gewaltdelikten verurteilt und saß insgesamt 30 Jahre im Gefängnis. Der Mann habe sich da bereits mehr als 20 Jahre im Vollzug befunden. Er soll die Frau in seiner Wohnung in Wien-Brigittenau erwürgt und zersägt haben. "Im Anschluss daran hat er ihren Leichnam mehrfach zerteilt" und sei danach nach Rust gefahren, um mit einem Boot auszufahren und die sterblichen Überreste im See zu versenken.

Am 13. April waren der Torso der Leiche sowie der Kopf im Bereich der Ruster Bucht geborgen worden. Er hatte sich bei der Polizei mit dem Verdacht gemeldet, dieser sei vielleicht rückfällig geworden. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Wieners habe man allerdings DNA-Spuren des Opfers entdeckt.

Ob der Mann auch mit anderen Straftaten etwas zu tun hat, werde erhoben, zurzeit gebe es aber keine dahin gehenden Erkenntnisse, sagte Brenner.

Der 1955 geborene Österreicher mit Wohnsitz in Wien befindet sich seit Sonntag in Untersuchungshaft. Ob sie für den Einbruch verantwortlich war oder den keller benutzt haben, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Indes wurde die Suche am See nach weiteren Leichenteilen - es fehlen noch die beiden Hände und Füße sowie ein Ober- und ein Unterschenkel - vorerst gestoppt. Es gebe kein zeitliches Limit dafür, sagte der Leiter der Staatsanwalt, Johann Fuchs. Hinweise an das LKA werden telefonisch unter 059 133 103333 oder via Mail unter LPD-B-LKA@polizei.gv.at erbeten. Sie gehe davon aus, dass es sich nicht um eiskalten Mord, sondern um einen Totschlag unter Einfluss einer psychiatrischen Erkrankung gehandelt habe.

Das Wiener Landesgericht für Strafsachen machte am Mittwoch Details aus dem Vorleben des Beschuldigten öffentlich.

SN/APA/HELMUT FOHRINGER Die verstümmelte Frauenleiche war Mitte April im Neusiedler See aufgefunden worden.

Comments