Amazon wird immer reicher - und Prime wird deutlich teurer

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Der US-Internetgigant Amazon begeistert Anleger mit einem mehr als verdoppelten Gewinn im Auftaktquartal. Hierzulande setzte Amazon von Anfang an den Prime-Preis deutlich niedriger an als im Heimatmarkt, weil es ohnehin schon die kostenlose Lieferung ab einer bestimmten Einkaufssumme und generell kürzere Lieferzeiten gab. Der boomende Internethandel und florierende Cloud-Dienste haben dem ohne supersuperreichen Online-Händler noch mal mehr Einnahmen beschert. Amazon selbst hatte für das erste Quartal 2018 eine sehr breite Prognosespanne ausgegeben und einen operativen Gewinn von 300 Millionen bis 1 Milliarde Dollar in Aussicht gestellt. Der Überschuss kletterte von 724 Millionen auf 1,6 Milliarden Dollar.

Brian Olsavsky, Finanzchef von Amazon, sagte gegenüber Analysten (via Reuters), dass man nach wie vor glaube, dass dies der "beste Deal ist, den man im Handel finden kann". Der Quartalsumsatz wuchs im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 51 Milliarden Dollar (42 Mrd Euro).

Und bei uns? Die Preiserhöhung gilt zunächst nur für den US-Markt, ob und wann es eine auch bei uns geben wird, ist derzeit nicht bekannt. Auch die Frage, ob Bestandskunden ebenfalls tiefer in die Tasche greifen müssen, klärte Amazon nicht. Begründung: Das Programm sei erheblich erweitert worden.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob sich die Konzernführung um Amazon-Chef Jeff Bezos in der Konferenzschalte mit Analysten, die auf die Zahlenvorlage folgt, zur Kritik von Donald Trump äußert. Neben einer Versand-Flatrate bietet der vor 13 Jahren gestartete Service für eine monatliche oder Jahresgebühr schon länger auch Zugang zu Online-Videos und etlichen anderen Angeboten. 20 Dollar für Prime pro Jahr Ein weiterer Erfolgsfaktor ist sicherlich auch Prime, der kostenpflichtige Premium-Dienst von Amazon.

Als großer Wachstumstreiber erwies sich im vergangenen Quartals erneut Amazons gewerbliche Cloud-Sparte AWS, über die Unternehmen IT-Dienste und Speicherplatz im Internet buchen können. Amazon war im Cloud-Geschäft Vorreiter und ist klar führend, wenngleich Konkurrenten wie Microsoft oder Google hier ebenfalls stark wachsen.

Insgesamt übertrafen die Quartalsergebnisse die Erwartungen der Experten klar. Bei Anlegern war die Freude groß, die Aktie stieg nachbörslich um fast sieben Prozent und markierte ein neues Rekordhoch.

Trump hatte Amazon Ende März hart attackiert: "Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen", schrieb der US-Präsident bei Twitter. Im Visier hat Trump Amazon aber schon lange, als Hauptgrund gilt eine Fehde mit der Zeitung "Washington Post", die im Privatbesitz von Bezos ist.

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