Verteidigung hält Beate Zschäpe nicht für Mittäterin

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Der Verteidiger von Beate Zschäpe hält die Hauptangeklagte nicht für mitschuldig an der rechtsextremistischen Mordserie des NSU.

Defendant Beate Zschaepe (L), accused of helping to found a neo-Nazi cell called the National Socialist Underground (NSU), arrives for her trial at a courtroom in Munich, Germany January 31, 2018. Was die Bundesanwaltschaft aufgezählt habe, reiche weder im Einzelnen noch in der Gesamtschau aus, um eine Mittäterschaft seiner Mandantin zu begründen, sagte Zschäpes Vertrauensanwalt Hermann Borchert vor dem Münchner Oberlandesgericht. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung.

Diverse juristische Streitereien hatten die Plädoyers der Verteidiger verzögert. Ihre Verteidiger teilen sich in zwei Gruppen, die auch getrennt voneinander plädieren dürften.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die meisten Opfer waren türkischer und griechischer Abstammung.

Zschäpe sei zwar nicht selbst an den Tatorten gewesen, habe aber im Hintergrund an den Taten von Böhnhardt und Mundlos mitgewirkt. Mit der Vernehmung des Zeugen wollte der neue Anwalt von E. ein Stück weit aus der Defensive kommen: Der Zeuge werde aussagen, dass E.am Tag, an dem der "Nationalsozialistische Untergrund" aufflog, mit ihm in Zwickau frühstücken war, sagte Rechtsanwalt Daniel Sprafke, der E. erst seit kurzem vertritt.

Die Bundesanwaltschaft argumentiere, "mit der offensichtlichen Absicht, sämtliche Indizien so auszulegen, dass sie in das von der Anklage gezeichnete Bild passen". Dies werde zusammen rund eineinhalb Prozesstage dauern, hatten die beiden angekündigt. Er ist einer der umfangreichsten der deutschen Geschichte.

Noch nicht entschieden hat das Gericht, ob das Verfahren gegen einen der vier Mitangeklagten, André E., abgetrennt werden soll. Die übrigen haben die Vorwürfe weitgehend zurückgewiesen.

Einen Antrag für das Strafmaß stellte der Verteidiger am Dienstag zunächst nicht. Mit einem Urteil wird frühestens in einigen Wochen gerechnet. Damit könnte Zschäpe nicht nach 15 Jahren auf Bewährung freikommen.

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