Darum kann man beim Chips-Essen nicht mehr aufhören

Einstellen Kommentar Drucken

In dem Versuch mit den menschlichen Probanden bekamen 20 Männer und Frauen im Abstand von drei Tagen Zucchini und Kartoffelchips zu essen.

Die Wirkung von Essen auf das Gehirn wird manchmal auch mit der von Drogen verglichen. Zudem sei bekannt, dass beim Essen das Belohnungssystem bei stark übergewichtigen Menschen etwas anders reagiere. Laut dieser sind Lebensmittel aufgrund ihres bestimmten Verhältnisses von Fetten und Kohlenhydraten besonders attraktiv für manche Menschen.

Es sei ein "evolutionäres Erbe", dass es auf "süß und fettig" reagiere. "Das heißt aber nicht, dass das immer so war oder nicht veränderbar ist", sagt Mack. Außerdem haben sie die Tiere in den Kernspin gelegt und die Effekte auf das Gehirn untersucht. "Hirnaktivitäten sind wandelbar", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. Sie änderten sich beispielsweise nach Gewichtsabnahme. Wer also bereits mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, dem fällt der Verzicht von Chips besonders schwer.

Die eigentliche Vermutung der Forscher lautete: je fetthaltiger eine Speise ist, also je größer ihr Energiegehalt ist, desto positiver wird sie bewertet. Und dieses signalisiert: "Wir wollen mehr davon haben", erklärt Studienleiter Andreas Hess. "Dem war aber nicht so", sagt Hess. Das optimale Verhältnis liegt laut den Wissenschaftlern bei 35 Prozent Fett zu 45 Prozent Kohlenhydraten.

Das Verhältnis 50:35 entspricht auch dem in Erdnussflips, Schokolade und Nuss-Nougat-Creme.

Auch wenn die Forscher dies noch nicht gezeigt haben, dürfte das beim Mensch wohl nicht viel anders sein.

Da der Mensch als Spezies noch sehr jung und gute Ernährung, wie wir sie heute haben, relativ neu sei, sei das menschliche Gehirn immer noch darauf aus, möglichst viel "gute", also reichhaltige Nahrung aufzunehmen, wenn sie verfügbar ist.

Eine Erklärung könnte sein, dass Kohlenhydrate schnell Energie liefern und Fett für die langfristige Versorgung zentral ist.

"Überraschend ist, dass sich Ratte und Mensch hier relativ ähnlich zu verhalten scheinen", meinte der Ernährungsmediziner Hans Hauner von der TU München in der dpa-Meldung. Vor allem früher, als noch nicht durchgehend genügend Lebensmittel vorhanden waren, war dieses Prinzip der Ernährung sehr sinnvoll. "Erst seit 50 Jahren haben wir einen Überschuss an Nahrungsenergie, sodass dieses Prinzip zunehmend zu einem Problem wird und insbesondere Übergewicht fördert".

Laut Isa Mack spielten allerdings auch andere Dinge für die Beliebtheit eines Lebensmittels eine Rolle. Die Erlanger Forscher hätten in ihrer Studie ausgeschlossen, dass das Salz bei der Attraktivität des Futters, also der Chips, eine große Rolle spielt.

"Wenn wir Chips ohne Salz und ohne Würze hätten, dann würden wir die auch nicht in größeren Mengen essen", so die Expertin. Blöd nur, dass es garantiert nicht bei ein paar bleibt, sondern meist bei einer ganzen Tüte Chips endet. Außerdem mache auch Fett allein durch seine Energiemenge das Essen oder Futter durchaus attraktiver. Allerdings könne der Körper ab einem bestimmten Punkt mit zu viel Fett nicht mehr gut umgehen und es schmecke dann auch nicht mehr.

Mack weist darauf hin, dass auch schon die Lebensmittelindustrie ausgiebig getestet habe, welches Mischungsverhältnis der Chips-Bestandteile beim Menschen am besten ankommt. Man müsse sich hier ein wenig selbst austricksen.

Comments