Facebook-Chef entschuldigt sich für Datenaffäre

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Im Zentrum des Datenskandals steht das Analyseunternehmen Cambridge Analytica. Facebook erklärt seine Bereitschaft zur Aufklärung - doch Politikern reicht das nicht.

Eine vom Focus in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage ergab, dass 49 Prozent der deutschen Nutzer sozialer Medien schon einmal erwogen hätten, sich aus Datenschutzgründen von Facebook oder Twitter abzumelden. Diese Frage will am Montag auch Justizministerin Katarina Barley (SPD) ranghohen Vertretern von Facebook Europe stellen. Im Ministerium wird unter anderem der Cheflobbyist von Facebook Europa, Richard Allan, erwartet. Seit 2009 arbeitet er als Politik-Direktor für das Unternehmen.

Facebook befindet sich derzeit in seiner schwersten Krise seit Beginn des Unternehmens. Dieser werde weiter eingeschränkt. Wir werfen einen Blick zurück und verraten, welche Dienste heute noch angesagt sind - und welche nicht. Das werde eine abschreckende Wirkung haben, sagte die deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff der "Welt am Sonntag". "Und das weckt Begehrlichkeiten".

Die Datenschutzaffäre um Cambridge Analytica ist für Facebook ein Desaster. Menschen seien in deren Folge mit politischen Botschaften bombardiert worden, "je nachdem, wie sie eingeschätzt waren".

Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass Informationen von 50 Millionen Facebook-Mitgliedern von der britischen Analysefirma Cambridge Analytica mutmaßlich auf unlautere Weise eingesetzt wurden, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu helfen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich in ganzseitigen Anzeigen in verschiedenen britischen und US-amerikanischen Zeitungen für den jüngsten Datenschutzskandal entschuldigt. Man habe "keine Hinweise darauf, dass es zu solch einem Datenmissbrauch bei Wahlen in Deutschland gekommen sei". "Ich verlange von Facebook weitere Klarstellungen, etwa inwieweit europäische Nutzer betroffen sind", sagte Jourová der "Bild am Sonntag". Die Commerzbank will laut Handelsblatt auf Facebook nicht mehr werben. Die Probleme seien seit langem bekannt, aber alle Kritik sei bei Facebook "auf taube Ohren gestoßen". Mozilla schloss nicht aus, in der Zukunft wieder Werbung bei Facebook zu schalten, wenn das Online-Netzwerk wie von Zuckerberg versprochen den Datenschutz stärkt.

Berlin Der Skandal um die millionenfache unerlaubte Nutzung privater Daten von Facebook-Nutzern ist längst zu Politikum geworden. Zugleich beschäftigten sich auch die europäischen Datenschutzbehörden mit der Sache.

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