Türkische Armee meldet Einkesselung von Kurdenstadt Afrin

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Die Einwohner fürchten einen Häuserkampf. Tausende Menschen sind auf der Flucht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in einer Rede am Freitag erklärt, nach der Eroberung Afrins werde die Armee auf die weiter östlich gelegene Stadt Manbidsch und weiter bis zur irakischen Grenze vordringen.

Türkische Truppen und mit ihnen verbündete syrische Aufständische hätten Afrin komplett umschlossen, teilten die Streitkräfte in Ankara mit.

Die komplette Einnahme Afrins stehe unmittelbar bevor.

Die türkische Armee ist am Wochenende bis kurz vor die kurdisch kontrollierte Stadt Afrin in Nordsyrien vorgerückt. Auch der türkische Rote Halbmond und die staatliche Flüchtlingsorganisation Afad seien vor Ort und kümmerten sich um die humanitäre Versorgung der Zivilisten. "Wir werden den Terroristen dort in Kürze sehr kräftig auf die Füße treten", kündigte Erdogan an. Sie könnten nur weiterreisen, wenn sie einen hohen Wegzoll zahlen würden. "Wir werden den Widerstand fortsetzen, was immer es kosten wird", sagte der Sprecher der Kurdenmiliz YPG in der Stadt, Brosik Hassakah. Die türkische Armee behauptet, bislang 3.393 YPG-Kämpfer "unschädlich" gemacht zu haben. Wie schon zuvor bei dem Krieg des Erdoğan-Regimes in den kurdischen Gebieten der Türkei betonen die USA, dass die Zusammenarbeit mit YPG und YPJ sich auf den Anti-IS-Kampf beschränkt und sie sich bei den anderen Konflikten nicht zugunsten der syrisch-kurdischen Milizen positionieren.

Die Türkei geht seit Jänner in der Region Afrin militärisch gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung empfindet.

Ungeachtet der Forderung der Vereinten Nationen, nur noch ISIS und Al-Qaida in Syrien zu bekämpfen, rückten die türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten weiter gegen die Kurden-Miliz YPG vor.

Als etwa bekannt wurde, dass auch in Gebetshäusern des türkisch-islamischen Moscheenverbands DITIB, die von der türkischen Religionsbehörde Diyanet kontrolliert werden, für den Sieg der türkischen Armee in Afrin gebetet wurde, kam es zu einem Aufschrei unter den Kurd*innen in Deutschland.

Gegenüber türkischen Journalisten sagte Çavuşoğlu, die USA hätten zugesagt, in Manbidsch gemeinsam mit der türkischen Armee die Kontrolle zu übernehmen.

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