Russland lässt Ultimatum verstreichen - Großbritannien berät über Konsequenzen

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Russland werde auf Londons Ultimatum nicht antworten, bis es Proben der chemischen Substanz erhalte, erklärte die Botschaft in der britischen Hauptstadt. S sagte etwa US-Präsident Donald Trump laut einer Mitteilung des Weissen Hauses in einem Telefonat mit May, Russland müsse unzweideutige Antworten auf die offene Fragen geben, wie die in Russland entwickelte chemische Waffe in Grossbritannien habe eingesetzt werden können.

Russland hat die von der britischen Premierministerin Theresa May gesetzte Frist für eine Stellungnahme im Fall des Nervengift-Anschlags auf einen Ex-Spion in England verstreichen lassen. Im Laufe des Tages soll in London einem Sprecher Mays zufolge der Nationale Sicherheitsrat zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums lehnte eine Stellungnahme ab.

So bleibt unklar, welche Sanktionen Großbritannien plant.

May erwägt eine Reihe von wirtschaftlichen und diplomatischen Maßnahmen als Vergeltungsschlag nach dem Vorfall.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte: "Russland ist nicht schuldig". Die britische Regierung, die Russland hinter dem Anschlag vermutet, hatte der russischen Regierung ein Ultimatum bis Dienstag um Mitternacht gestellt und mit Sanktionen gedroht. Außenminister Sergej Lawrow verlangte Zugang zu den in Großbritannien sichergestellten Nervengift-Proben und beschuldigte London, entsprechende Anfragen aus Moskau abgelehnt zu haben.

Die britische Innenministerin Amber Rudd kündigte an, dass etwa 14 Todesfälle in Grossbritannien mit einer möglichen Verbindung nach Russland erneut untersucht werden.

Der 66-jährige frühere russische Agent Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Finanzielle Maßnahmen gegen Oligarchen, die Immobilien in London besitzen, seien ebenfalls denkbar, heißt es. Russland hat nach eigener Darstellung alle Chemiewaffen zwischen 2002 und 2017 vernichtet. Sie befinden sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden. Die OPCW habe dies bezeugt, teilte das Industrieministerium in Moskau mit.

May hat erklärt, Russland sei "sehr wahrscheinlich" für die Vergiftung verantwortlich. Die Anti-Terror-Polizei übernahm aber vorsichtshalber die Ermittlungen, sieht aber derzeit keine Verbindung zu dem Attentat in Salisbury. Rückendeckung erhielt Großbritannien aus Deutschland, Frankreich, den USA und von der Nato.

Ein Vertrauter des 2013 in London unter ungeklärten Umständen verstorbenen Oligarchen Beresowski, der Geschäftsmann Nikolai Gluschkow, ist jetzt tot in seinem Haus in London entdeckt worden.

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