Astrophysiker Hawking 2 - Verstarb friedlich daheim in Cambridge

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Das soll seine PR-Agentur unter Berufung auf eine Nachricht der Familie mitgeteilt haben.

Stephen Hawking ist am Mittwochmorgen an den Folgen der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS gestorben. Hawking saß seit Jahren im Rollstuhl und verständigte sich mit einem Sprachcomputer, der ihm eine monotone roboterhafte Stimme gab.

"Auch wenn ich mich nicht bewegen kann und ich durch einen Computer sprechen muss, in meinem Kopf bin ich frei". Zur steten Verwunderung seiner Ärzte lebte er trotz der tödlichen Erkrankung noch mehr als 50 Jahre. Die Fachwelt schätzte Stephen Hawking wegen seiner Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern.

Das Talent, was ihn auch unter Laien populär machte, war die Gabe, komplexe Sachverhalte verständlich und unterhaltsam auf den Punkt zu bringen. Doch die Krankheit schritt bei ihm sehr langsam voran und hielt seinen Aufstieg in der Wissenschaft nicht auf: 1979 wurde er Professor für Mathematik in Cambridge, über 30 Jahre lang hatte er dort den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne - und stand damit in der Nachfolge von Isaac Newton. Als Forscher sei er sehr erfolgreich gewesen.

Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern lieferte er unter anderem die mathematische Begründung dafür, dass das Universum mit einem Urknall entstanden ist. Er beschäftigte sich mit Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und konnte zeigen, dass sie einen Anfang des Universums voraussagte - "ein Ergebnis, das die Kirche interessiert zur Kenntnis nahm", wie Hawking in seiner Autobiografie "Meine kurze Geschichte" (Rowohlt, 2013) schrieb. Der Wissenschaftler habe über Jahrzehnte Millionen Menschen "unterhalten und inspiriert", schrieb der Politiker. Stephen Hawking: Nachdenklicher MahnerIn seinen letzten Jahren trat Hawking immer wieder als Mahner auf. Intelligente Roboter, Klimaerwärmung, Atomkrieg und durch Gentechnik hergestellte Viren könnten die Erde gefährden, warnte er. Hawking war überzeugt: "Früher oder später müssen wir zu den Sternen schauen". Ein Jenseits allerdings hielt er für ausgeschlossen. Angst habe er davor nicht, hatte Hawking stets gesagt. Für Hawking war die Suche nach diesem Schlüssel fast schon eine religiöse Herausforderung: Die "Theorie von Allem" zu finden, erlaube es der Menschheit "den Geist Gottes" zu finden, sagte Hawking. Was auch immer Hawking dazu meinte, wurde viel diskutiert. Was machte Stephen Hawking so besonders? Sein Leben als junger Wissenschaftler wurde 2014 mit dem Film "Die Entdeckung der Unendlichkeit" auf die Leinwand gebracht.

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