US-Handelsminister will mit EU über Strafzölle sprechen

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Hoffnungen setze er vor allem auf Widerstand in der regierenden Republikanischen Partei und im US-Kongress, wo viele den Kurs von Präsident Donald Trump nicht mitgehen wollten. Bei dem Treffen solle es um die "Beseitigung der hohen Zölle und Barrieren" gehen, die die EU gegen die USA anwende, schrieb Trump am Montagmorgen (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter. Diese seien "für unsere Bauern und Produzenten nicht fair". Ein Kommissionssprecher machte allerdings deutlich, dass es aus EU-Sicht kaum Spielraum für einseitige Zugeständnisse gebe.

Diesen Bericht können Sie als registrierter Nutzer kostenlos lesen. "Bevor jemand damit anfängt, mit Steinen zu werfen, sollte er besser vorher schauen, dass er nicht in einem Glashaus sitzt", warnte er. In anderen Bereichen wie Lkw und Pickup-Trucks hätten dagegen die USA höhere Zölle.

Es sei zwar richtig, dass die US-Zölle auf europäische Autos niedriger seien als die EU-Zölle auf Autos aus den USA. So liege der US-Einfuhrzoll für Lastwagen und Pick-ups beispielsweise bei 25 Prozent, während andersherum nur ein Satz von 14 Prozent gelte.

Trump hatte in der vergangenen Woche Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte verhängt, die am 23. März in Kraft treten sollen.

Die EU-Kommission wies hingegen darauf hin, dass auf Importe in die EU insgesamt im Schnitt lediglich 3 Prozent Abgaben fällig werden.

Auch die deutsche Autoindustrie wehrte sich gegen die Vorwürfe Trumps. Der Handel werde von einigen zum "Sündenbock" für Probleme der Globalisierung gemacht, sagte sie am Montag in Brüssel. Vom Werk Spartanburg (South Carolina) aus liefert der Konzern Fahrzeuge in alle Welt. Man erwarte, dass es weitere Kontakte geben werde, hieß es von EU-Seite.

Am Wochenende waren bereits EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer in Brüssel zusammengetroffen.

Merkel sagte am Montag in Berlin, die neue Bundesregierung werde nach ihrem Amtsantritt das Gespräch mit den Amerikanern suchen. Die EU drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen. Die EU-Kommission prüft etwa Importabgaben auf US-Waren wie Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter.

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