Sexueller Missbrauch: James Levine entlassen

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Doch im vergangenen Dezember veränderte sich die Situation. Es gebe "glaubwürdige Beweise", dass der heute 74-Jährige über Jahre hinweg junge Musiker sexuell missbraucht habe, teilte das weltberühmte Opernhaus am Montag mit.

Drei Männer hatten Levine öffentlich vorgeworfen, sie in jungen Jahren sexuell missbraucht zu haben.

Mehr als vier Jahrzehnte war James Levine der Stardirigent an der Metropolitan Opera in New York (Met) - nun hat ihn die Theater-Gesellschaft gefeuert. Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten werde beendet, auch der Titel des Musikdirektor Emeritus werde Levine entzogen. Mit den Vorwürfen gegen ihn erreichte die Welle von Fällen sexueller Übergriffe auch die Welt der klassischen Musik. Nun hat ihn die Met endgültig entlassen. Als Grund nennt die Met in einer Mitteilung das Resultat einer internen Untersuchung. Im Lichte dieser Ergebnisse, so die Met in einer schriftlichen Stellungnahme halte man eine weitere Zusammenarbeit für unangemessen und ausgeschlossen. In einem Statement bestätigt das Haus die Vorwürfe. Sein Verhalten habe sich vor allem gegen junge Künstler gerichtet, die am Anfang ihrer Karriere gestanden hätten.

Bei den Recherchen zu der Untersuchung sollen Medienberichten zufolge Interviews mit 70 Personen geführt worden sein.

In einer in diesem Monat veröffentlichen Reportage des "Boston Globe" schilderten ehemalige Studenten des Konservatoriums von Cleveland Levine als eine Art Guru, der sie nicht nur zu sexuellen Handlungen getrieben, sondern auch ihr Leben kontrolliert habe. Der Dirigent selbst hatte die Anschuldigungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt zurückgewiesen. Die Met hat erhebliche internationale Bedeutung. 2003 wurde er in die "American Classical Music Hall of Fame" aufgenommen.

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