"Rexit" in Washington: Trump feuert Außenminister Tillerson

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Trump dankte Tillerson auf Twitter für seine Arbeit.

"Pompeo wird einen phantastischen Job machen", verspricht Trump.

Die Entlassung Tillersons war schon im Oktober erwartet worden. Grund für die Entlassung seien unterschiedliche politische Ansichten gewesen, wie der Präsident am Dienstag vor Journalisten in Washington sagte: "Wir hatten Meinungsunterschiede". Tillerson, anfangs nur ein Ersatzkandidat nach einem Strauß prominenter Absagen, wurde von Beginn an als Stimme der Vernunft in Donald Trumps teils wild zusammengewürfeltem Kabinett gesehen. Damals hatte der US-Außenminister Medíenberichten zufolge Trump als "Idiot" bezeichnet. Beide vertreten ähnliche politische Ansichten. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht, sagte Trump. Mattis sagte, er wolle dies lieber den Personen überlassen, die in die Diskussionen involviert seien.

Pompeo ist ein glühender Anhänger Trumps.

Tillerson seit "einiger Zeit" im Gespräch über dessen Zukunft. Berichten zufolge hat er den Präsidenten vor allem in den regelmäßigen Sicherheitsbriefings für sich eingenommen. Für Cohens Nachfolge gelten mit Peter Navarro und Larry Kudlow zwei erzkonservative Wirtschafts-Nationalisten als Favoriten.

Der Präsident selbst führte explizit die vorsichtige Herangehensweise Tillersons beim Thema Iran als einen der ausschlaggebenden Denkunterschiede zum bisherigen Chefdiplomaten an. Es war dieser Tweet, in dem Trump mitgeteilt hat, dass Mike Pompeo, bisher Direktor des US-Geheimdienstes CIA, neuer Außenminister wird. Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, brachte am Dienstag die Hoffnung zum Ausdruck, Pompeo werde als US-Außenminister ein neues Kapitel in der Russland-Politik der Trump-Regierung aufschlagen.

Zu diesem Zeitpunkt war Mike Pompeo (54) bereits als Nachfolger im Gespräch.

►Ein hochrangiger Vertreter des US-Präsidialamtes sagte, Trump wollte ein neues Team haben, bevor die Verhandlungen mit Nordkorea und verschiedenen Handelspartnern beginnen. Alles andere wäre auch eine große Überraschung. Denn Tillerson lag oft im Clinch mit Trump. Trump lud seinen Außenminister daraufhin dazu ein, die gegenseitige Intelligenz mithilfe eines IQ-Tests zu vergleichen. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Tillerson war als hoch angesehener Quereinsteiger ins Außenministerium gekommen. Botschafter nahmen aus Frust ihren Hut, andere wurden gar nicht erst benannt. Das Weiße Haus wollte den Fall nicht kommentieren.

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, äußerte sich nach der Ablösung Tillersons beunruhigt.

Der personelle Wechsel reiht sich ein in eine Reihe von Rücktritten und Entlassungen in Trumps Administration. Allerdings soll Kelley in dem Telefongespräch noch nicht den Zeitpunkt genannt haben. Der Präsident hatte seinem Außenminister wenig später einen IQ-Test angeboten.

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