Regierungschef der Palästinenser entgeht mutmaßlichem Anschlag in Gaza

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Der Sprengsatz detonierte neben dem Autokonvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah. Palästinenserpräsident Abbas machte die radikalislamische Hamas für das Attentat verantwortlich.

Palestinians inspect the site of an explosion that targeted a convoy that was carrying Palestinian Prime Minister Rami Hamdallah, in the northern Gaza Strip March 13, 2018. Sieben Sicherheitsbeamte wurden dabei leicht verletzt, Hamdallah selbst blieb unverletzt. Er reiste in den Gazastreifen, um eine Abfallverwertungsanlage einzuweihen. Abbas' Sprecher sagte: "Der Angriff auf den Konvoi ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes".

Die Explosion vom Dienstag ereignete sich in der Nähe des Ortes, an dem 2003 bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi drei US-Sicherheitsleute starben und ein amerikanischer Diplomat verletzt wurde. Auch die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, verurteilte den Angriff. Nach Aussage des Innenministeriums fuhr der Konvoi trotz der Explosion weiter. Sie kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu machen.

Doch noch bevor er den Gazastreifen wieder verliess, nahm Hamdallah wie geplant an der Einweihung der neuen Kläranlage teil. "Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen". "Dieser schwerwiegende Vorfall muss sofort untersucht und die Täter müssen vor Gericht gestellt werden", sagte der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov. Nach mehr als zehn Jahren Bruderzwist hatten beide Parteien am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Im Dezember sollte die Regierung des Gazastreifens an Palästinenserchef Abbas und der Regierung der Autonomiebehörde in Ramallah übergeben werden. Bei den Bemühungen um eine Versöhnung gab es zuletzt wiederholt Rückschläge. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.

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