Früherer SS-Mann Gröning ist tot

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Gröning war im Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen im Vernichtungslager Auschwitz zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden.

Der frühere SS-Buchhalter Gröning ist tot. Doch ins Gefängnis kam er nicht mehr. Nach Informationen des "Spiegel" starb der 96-Jährige bereits am vergangenen Freitag in einem Krankenhaus. Der "Buchhalter von Auschwitz" soll nach einem Schreiben seines Anwaltes tot sein. Noch 1985 hatte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und 61 Angehörige der sogenannten Gefangeneneigentumsverwaltung von Auschwitz eingestellt, weshalb sich Gröning auch in Interviews zu seiner Tätigkeit an der Rampe des Vernichtungslagers äußerte - auch, um etwas gegen Holocaust-Leugner zu tun. Nähere Details wolle er nicht nennen, sagte Holtermann: "Da wird es von unserer Seite aus nichts mehr geben". Gröning war drei Jahre zuvor in Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt worden und sollte nun eigentlich zügig seine Haft antreten.

Nachdem der Rechtsweg ausgeschöpft war, hatte Gröning kürzlich ein Gnadengesuch beim Justizministerium in Hannover eingereicht. Eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe war Ende Dezember abgewiesen worden.

Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte auf Anfrage des Blattes zunächst nur, dass bei der Behörde ein "entsprechender Schriftsatz" von Grönings Anwalt eingegangen sei.

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