Erneut keinen Bonus für Geschäftsleitung der Deutschen Bank

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Zudem kündigte Cryan an, eine dritte Marke gründen zu wollen neben der Deutschen Bank und der Postbank. Die variablen Vergütungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden aber wie geplant ausgezahlt.

Der Dax-Konzern veröffentlicht am 16. März seinen Geschäftsbericht für 2017, aus dem unter anderem auch Angaben zur Vorstandsvergütung hervorgehen. Dies erklärte Vorstandschef John Cryan laut Zeit Online auf einer Veranstaltung im texanischen Austin. Dennoch, so Cryan, habe der Vorstand 2017 erfolgreich gearbeitet. Schon seit Jahren schrumpft der Topf für die variable Vergütung: Für 2013 waren es 3,2 Milliarden Euro, ein Jahr später 2,7 Milliarden, für 2015 flossen 2,4 Milliarden Euro.

Bisher war in Medienberichten von einer Bonus-Summe von rund einer Milliarde Euro die Rede.

Cryan begründete den Verzicht auf Vorstandsboni mit nicht erreichten Zielen: Obwohl die Bank im vergangenen Jahr viele Erfolge erzielt habe, fühle sich der Vorstand dafür verantwortlich nicht alle Ziele erreicht zu haben - insbesondere kein positives Gesamtergebnis. "Ich weiss nicht, woher die Milliarde kommt", sagte Cryan dazu.

Deutschlands größtes Geldhaus hatte 2017 unter dem Strich erneut Rote Zahlen erwirtschaftet. Er reagierte auch auf die Kritik an seiner persönlichen Leistung, die vor allem Großaktionäre in den vergangenen Monaten mit Blick auf fehlende Sanierungserfolge geäußert hatten: "Ich bin selbst einer dieser Kritiker und extrem ungeduldig", sagte der Brite in Austin. Deshalb verzichte die Führung abermals auf die Bonuszahlungen, sagte der Bankchef. Aber es brauche eben Zeit, "einen Öltanker zu wenden". Man dürfe die Zahlungen an Angestellte nicht als eine weitere Ausgabe betrachten, sondern als ein Investment in die Zukunft.

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