E.ON will RWE-Ökostromtochter Innogy kaufen

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Die am Sonntag von beiden Konzernen überraschend veröffentlichte Vereinbarung sieht im Kern vor, dass Eon das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhält, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Der Innogy-Deal solle "im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten und Beteiligungen erfolgen", schreiben beide Unternehmen in der Mitteilung. Die Vereinbarung zwischen Eon und RWE muss noch von den Gremien beider Konzerne und den Kartellbehörden genehmigt werden. Demnach übernimmt E.ON den gesamten RWE-Anteil von knapp 77 Prozent.

Berlin. Eon und RWE haben sich über den Kauf des RWE-Tochterunternehmens Innogy geeinigt.

Zudem will Eon an RWE "einen weitgehenden Teil des erneuerbaren Energiegeschäfts" und die von der Eon-Tochter Preussen-Elektra gehaltenen Minderheitsbeteiligungen an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen übertragen. In den vergangenen Monaten waren auch immer wieder ausländische Energiekonzerne wie der französischen Versorger Engie, der italienische Konkurrent Enel oder Iberdrola aus Spanien als Interessenten für Innogy gehandelt worden. RWE würde dafür E.ON einen Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro zahlen. Dabei sollen die Anteilseigner nach aktuellem Stand 40 Euro je Aktie in bar erhalten. "RWE würde sich an dem Angebot nicht beteiligen", hieß es weiter. Auch bedarf es einer Freigabe durch die Kartell- und Aufsichtsbehörden. Danach wird das gerade mal zwei Jahre alte Ökostromunternehmen zerschlagen: RWE wird das Geschäft mit erneuerbaren Energie bekommen und zudem Eons Aktivitäten in dem Bereich übernehmen. Mit der Transaktion würden sich auch Eon und RWE neu ausrichten. Seitdem hält RWE noch knapp 76,8 Prozent an Innogy. Der Stromproduzent, der sich nach der Aufspaltung auf die konventionelle Stromerzeugung und den Großhandel konzentriert hatte, würde sich also wieder in der Wind- und Solarenergie engagieren. Das Unternehmen war beim Börsengang hoffnungsvoll als neue Kraft gestartet und gemessen am Börsenwert sogar an Eon vorbeigeschossen. Die Konzerntochter hat derzeit einen Marktwert von rund 19 Milliarden Euro.

Die Vereinbarung trifft das Unternehmen vor allem in einer ohnehin schwierigen Phase. Seither wird Innogy von Arbeitsdirektor Uwe Tigges interimistisch geführt.

Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther war am Sonntag vergangener Woche Opfer einer Säureattacke geworden.

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