EZB sieht wirtschaftliche Abschottung als Risiko

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Der sogenannte Einlagensatz beträgt weiter minus 0,4 Prozent. Lediglich für 2019 wurde die Inflationserwartung leicht gesenkt (+1,4 %, bisher: +1,5 %), für 2020 jedoch ebenfalls gleich belassen (+1,7 %).

Diese Entscheidung wurde bereits zu den vorangegangenen Zinsentscheidungen erwartet (siehe auch "EZB-Zinsentscheid: Keine Änderung der Forward Guidance"). Zuletzt hatte sie ein Wachstum von 2,3 Prozent vorhergesagt.

Im Oktober hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen von Januar an aber auf 30 Mrd. Weniger zuversichtlich ist die EZB bei der Inflation.

Für dieses Jahr wird ein Anstieg der Teuerung von 1,4% veranschlagt. Während für dieses Jahr nichts geändert wurde, liegt die Projektion für kommendes Jahr 0,1 Prozentpunkt niedriger als bei der vorherigen Prognoserunde im Dezember. Mit steigenden Zinsen sollten Sparer frühestens 2019 rechnen.

Als ein Risiko für die Weltwirtschaft sieht Draghi den zunehmenden Protektionismus.

Erschwert werden könnte die Rückkehr zu geldpolitischer Normalität durch die jüngsten politischen Ereignisse: Nachdem US-Präsident Donald Trump Strafzölle für ausländische Güter angekündigt hat, droht ein weltweiter Handelskonflikt. Differenzen sollten multilateral und nicht im Alleingang angegangen werden. Es gebe eine gewisse Sorge über den Stand der internationalen Beziehungen.

Die sofortigen Auswirkungen sollten zwar nicht allzu groß sein. Entscheidend werde aber sein, ob es zu Gegenreaktionen komme. Wenn Handelshürden gegen Verbündete errichtet würden, stelle sich die Frage: "Wer sind eigentlich die Feinde?" EZB-Präsident Mario Draghi spielte die Veränderung gestern herunter und betonte mit Blick auf die anhaltend niedrige Inflation im Euroraum, dass die Euro-Wirtschaft weiter "umfangreiche geldpolitische Impulse" brauche.

Zudem warnte der Chefwährungshüter davor, ähnliche Fehler wie vor der schweren Finanzkrise 2008 zu machen - und verwies dabei auf Versuche, den Finanzsektor zu deregulieren. Zuletzt kostete er 1,2315 Dollar (- 0,8 %). Am Frankfurter Aktienmarkt legten die Kurse zu.

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