FSME-Infektion durch Zeckenbiss auch im Norden möglich

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Das Virus kann grippeähnliche Beschwerden bis hin zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung verursachen und wird von Zecken übertragen, zumeist vom Gemeinen Holzbock.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle - die zweithöchste je registrierte Zahl.

FSME-infizierte Zecken breiten sich in Deutschland weiter in den Norden aus. "Der Trend ist die Schwankung", sagte eine Sprecherin.

Experten beobachten einzelne Infektionen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Norden Deutschlands.

Dobler nannte eine Schwankungsbreite der letzten Jahre von 250 bis 500 Erkrankungsfällen.

Rätselhaft ist auch der Befund, dass im vergangenen Jahr weniger Zecken gezählt wurden, jedoch mehr Erkrankungen auftraten. Tückisch sei, dass Verbreitungsgebiete von FSME infizierten Zecken oft nicht größer als ein Fußballfeld seien und über Jahre stabil bleiben könnten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher Bewohnern von Risikogebieten, etwa in Bayern und Baden-Württemberg, eine Impfung. Dagegen sei die Zahl der Erkrankungsfälle etwa in Unterfranken 2017 deutlich zurückgegangen. "Mit Blick auf FSME-Erkrankungen war 2017 ein dramatisches Jahr", heißt es von Seiten der Hohenheimer Forscher.

Diese Nachricht wurde am 06.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Ein Erkrankungsrisiko birgt demnach auch Rohmilch. Der relativ neue Übertragungsweg bei FSME über Rohmilch von infizierten Weidetieren habe auch im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt, so Ute Mackenstedt. Zuverlässigen Schutz vor FSME bietet Experten zufolge nach wie vor nur eine Impfung. In Deutschland seien aber nur 20 Prozent der Bevölkerung geimpft. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden. Ein Grund könne das Wetter sein: So habe es im Sommer eine Kältewelle gegeben, zwei Wochen später wurde es warm und wieder zwei Wochen später wurde ein großer Krankheitsausbruch registriert.

Zusätzlich sollten sich Menschen in der Natur vor Zecken schützen - mit langen Hosen, Zeckenspray und regelmäßiger Kontrolle der Haut.

Eine seriöse Prognose über künftige Erkrankungszahlen ist nicht möglich. Süddeutschen Zeckenkongresses an der Universität Hohenheim.

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