Süchtig nach sozialen Medien: So viele Teenager sind tatsächlich betroffen

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Kinder und Jugendliche verbringen teilweise so viel Zeit in den sozialen Medien, dass sie davon abhängig sind.

Streit, Schlafmangel, Unzufriedenheit - in der Befragung stimmten viele Kinder und Jugendliche auch negativen Aspekten zu.

Eine repräsentative Studie der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen in Hamburg zeigt: 2,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren sind bereits süchtig nach Social Media. Am häufigsten nutzen die Befragten WhatsApp (66 Prozent), vor Instagram (14 Prozent), Snapchat (9 Prozent) und Facebook (2 Prozent). Das hat Folgen für die Gesundheit und das Sozialleben.

Mädchen sind etwas häufiger betroffen als Jungen - und sie sind auch länger in sozialen Medien unterwegs. Statistisch fällt dieser Unterschied den Angaben zufolge aber nicht ins Gewicht. Jungen kommen auf durchschnittlich zweieinhalb Stunden täglich. Mädchen (3,4 Prozent) waren etwas häufiger betroffen als Jungen (1,9 Prozent).

Was ist Social-Media-Sucht?

Eltern sollten klare Regeln im Umgang mit sozialen Medien aufstellen. "Die sind aber dringend nötig, damit ihre Kinder nicht unbemerkt in die Abhängigkeit rutschen".

Für die Studie befragte das Forsa-Institut rund tausend Kinder und Jugendliche. Das Suchtrisiko bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist zum ersten Mal in einer repräsentativen Studie untersucht worden. Je älter die befragten Buben und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen.

Durch die massive Nutzung sozialer Medien können gesundheitliche und soziale Probleme entstehen.

Auch wenn Teenager anfangen zu lügen, damit andere nicht merken, wie viel Zeit sie mit ihrem Handy verbringen, oder wenn sie andere Interessen und Hobbys aufgeben, um mehr Zeit zum Chatten zu haben, können das Warnsignale sein, dass sie die Kontrolle über die Nutzung sozialer Netzwerke verloren haben.

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leute häufig zu Streit mit ihren Eltern.

Knapp ein Viertel sagte, durch die Nutzung bekämen sie manchmal, häufig oder sehr häufig zu wenig Schlaf. Wer von WhatsApp und anderen digitalen Medien abhängig ist, hat zudem ein erhöhtes Risiko für Depressionen. So berichtet laut den Machern der Studie jeder dritte Jugendliche mit einer Social-Media-Abhängigkeit auch über Symptome einer Depression. Thomasius zufolge ziehen sich aber möglicherweise depressive Kinder und Jugendliche häufiger in die virtuelle Welt zurück und entwickeln deshalb ein Suchtverhalten.

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