Staatsanwaltschaft beantragt U-Haft für Pierin Vincenz

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Am Mittwoch eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft gestützt auf eine Anzeige von Aduno im Dezember 2017 gegen Pierin Vincenz als ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten sowie gegen ein weiteres ehemaliges Verwaltungsratsmitglied ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Im Juni 2017 war Vincenz von seinem Posten bei Aduno zurückgetreten.

Laut Raiffeisen ist zudem die Gesellschaft Investnet ins Visier der Behörden geraten. Verwaltungsratspräsident von Investnet ist Vincenz.

Damit zog sich Vincenz aus der von der Finma beaufsichtigten Branche ganz zurück. Die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft sagte am Mittwoch, wenn Verdunkelungsgefahr bei Tatverdächtigen besteht, könne durchaus Untersuchungshaft beantragt werden. Vor allem im Umfeld des Kreditkarten-Dienstleisters Aduno, an dem die Raiffeisen-Gruppe zu rund 25 Prozent beteiligt ist, soll es zu auffälligen Zahlungen gekommen sein. Bereits am 13. Oktober hatte die Finanzmarktaufsicht (Finma) eine Untersuchung gegen Raiffeisen in Sachen Corporate Governance angestrengt, die immer noch hängig ist. Konkret hätten die Akquisition von EuroKaution 2014 und der Kauf von Commtrain 2007 im Visier gestanden. Das ist ein dramatischer neuer Höhepunkt in der jüngsten Geschichte um den langjährigen Chef der Raiffeisen-Bank. Raiffeisen begründet die Strafanzeige mit dem Bedürfnis, eine juristische Aufklärung aller Vorgänge in der Vergangenheit zu erhalten.

Am Mittwoch gab auch Raiffeisen bekannt, dass die Bank mit Sitz in St.Gallen als Privatklägerin Strafanzeige gegen Vincenz erstattet.

Gegen den Ex-Raiffeisen-Chef wurde ein Strafverfahren eröffnet. Ich bin von dieser Strafuntersuchung total überrascht und erstaunt. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses wurde die Strafanzeige eingereicht.

Die Vorwürfe gehen dahin, dass Vincenz und seine Geschäftspartner bei mehreren Transaktionen von Raiffeisen-Beteiligungen sowohl auf der Käufer- wie auf der Verkäuferseite der Deals involviert waren und so mitverdienten.

Vincenz, der von 1999 bis 2015 an der Spitze der Raiffeisen-Gruppe stand, wurde bereits am Dienstag morgen festgenommen, die weiteren Beschuldigten ebenso.

Vincenz schreibt in einer Stellungnahme, es sei "ein Schock" gewesen, als die Polizei vor der Tür stand. Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe vehement und werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren.

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