ZDF: Keine neuen Hinweise im Fall "Wedel"

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Das ZDF hat nach eigenen Angaben keine neuen Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Regisseurs Dieter Wedel im Zusammenhang mit Auftragsproduktionen des Senders. Dem Regisseur werden unter anderem auch sexuelle Übergriffe bei ZDF-Produktionen vorgeworfen. Der Deutschen Presseagentur sagten Vertreter des Senders, dass Akten im ZDF aus ökonomischen Gründen grundsätzlich nur so lange gelagert würden, wie dies die Rechts- und Verwaltungsvorschriften vorschrieben. "Unterlagen, die zur Erfüllung des Unternehmenszwecks langfristig erforderlich sind, oder historisch wertvolles Schriftgut, das für die Unternehmensüberlieferung wichtig ist, werden länger aufbewahrt". TV-Kritik von Ruth Schneeberger mehr. Unter anderem wurden Gespräche mit allen Mitarbeitern geführt, die in verantwortlicher Funktion an den Produktionen mit Wedel beteiligt waren. Das habe eine interne Untersuchung nach den Vorwürfen von sexueller Gewalt gegen den ehemaligen Regisseur ergeben, teilte das ZDF am Donnerstag in Mainz mit.

Nach den Veröffentlichungen der Vorwürfe in der Wochenzeitung "Die Zeit" überprüfte das ZDF die Auftragsproduktionen, an denen der 74-Jährige als Autor und Regisseur beteiligt war. Weiter heißt es: "Über die erhobenen Vorwürfe der Schauspielerinnen und der an der Produktion Beteiligten im Zusammenhang mit den Produktionen 'Der große Bellheim', 'Der Schattenmann' und 'Die Affäre Semmeling' konnten zudem keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden". Die Frau, die anonym bleiben will, setzt sich laut ZDF "für gesellschaftliche und branchenspezifische Veränderungen ein, die unangemessenes Verhalten, Belästigung und Diskriminierung nicht tolerieren". Sollten Hinweise von weiteren Betroffenen eingehen, schreibt das ZDF, würden diese umfassend untersucht.

Um Hinweise auf Belästigung und Diskriminierung frühzeitig untersuchen zu können, habe das ZDF bereits im Januar die Ansprechpartnerinnen Frauke Liebscher-Kuhn und Marita Lewening als Vertrauenspersonen für Mitarbeiter des Senders ernannt. "Nachweislicher Machtmissbrauch wird durch das ZDF und die beteiligten Produktionsfirmen arbeitsrechtlich geahndet". "Auch nicht denen, die sich mit diesen Filmen beschäftigt haben, nichts. Schriftlich haben wir nichts gefunden, etwa vergleichbar zum Saarländischen Rundfunk". Der Saarländische Rundfunk hat einen internen Bericht, in dem Vorwürfe einer Schauspielerin gegen Wedel dokumentiert sind.

Die zu den Auftragsproduktionen mit Dieter Wedel in den Senderarchiven noch vorhandenen Unterlagen wurden geprüft. "Was überhaupt noch da ist, wird gecheckt".

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