Ungewöhnliche Präsidentschafts-Porträts für die Obamas

Einstellen Kommentar Drucken

Dem ehemaligen US-Präsidenten gefällt das Porträt seiner Ehefrau: "Ziemlich scharf", urteilte Obama - und bedankte sich für die gelungene Darstellung seiner Gattin: "Anmut, Schönheit, Intelligenz, Charme und Attraktivität der Frau, die ich liebe, wurden spektakulär eingefangen". Und Barack war zu Scherzen aufgelegt.

Für das traditionelle Porträt, das nach der Amtszeit eines Präsidenten offiziell in den Kunst- und Kulturschatz der Vereinigten Staaten von Amerika übergeht, wählten der frühere US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zwei Künstler mit un-klassischem Stil: Kehinde Wiley malte den 44. Präsidenten auf einem Holzstuhl vor einem dichten Hintergrund grüner Blätter und Blüten. Im Jahr 2016 hatte Michelle Obama bei der Eröffnung des Museums für afroamerikanische Geschichte dem Amtsvorgänger ihres Mannes, George W. Bush, den Arm um die Schulter gelegt. Beide waren bisher bekannt für ihre Werke von Afroamerikanern.

Die National Portrait Gallery in Washington hat Porträts von Ex-Präsident Barack Obama und der früheren First Lady Michelle Obama enthüllt.

Barack Obama wählte mit Wiley auf Vorschlag der Galerie erstmals einen afro-amerikanischen Künstler für ein Präsidentenporträt aus. Schließlich sei er im Vergleich zu seiner Frau nicht so ein "einnehmender Typ". Über die Zusammenarbeit mit Wiley sagte der 56-Jährige: "Ich habe versucht, kleinere Ohren herauszuhandeln". Dann sei er ungeduldig geworden und habe während der Sitzungen mit dem Künstler öfter mal auf die Uhr geschaut, berichte der Ex-Präsident. Sein Porträt traf den Politiker nach Meinung des Publikums auf den Punkt. Das Bild wird von Dienstag an die Galerie zieren, die als einzige weltweit außerhalb des Weißen Hauses eine Sammlung von Porträts aller US-Präsidenten beherbergt. Insgesamt befinden sich in den Räumlichkeiten rund 1600 Werke mit den Konterfeis von Staatsmännern - vom ehrwürdig posierenden George Washington, über den künstlerisch eigenwillig dargestellten John F. Kennedy bis zum verschmitzt lächelnden George W. Bush. Die First Ladys sind erst seit 2006, beginnend mit Hillary Clinton, Bestandteil der Galerie. Unter dem Strich stand meistens: tolles Bild mit starker Haltung, nur erkenne man sie so gar nicht wieder.

Comments