Türkische Kriegsschiffe blockieren Gasbohrschiff vor Zypern weiterhin

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Der Streit darüber, wer die unter dem Meeresgrund vermuteten Gasvorkommen ausbeuten darf, schwelt seit geraumer Zeit, ist aber in den letzten Tagen eskaliert: Türkische Kriegsschiffe hinderten ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gemietetes Bohrschiff daran, ein Erkundungsgebiet südöstlich der zypriotischen Hafenstadt Larnaka zu erreichen.

Nach dem Einmarsch des türkischen Militärs ist Zypern seit 1974 geteilt.

Die gesamte Insel ist seit 2004 Mitglied der EU.

Ein Streit zwischen der Türkei und Griechenland um zwei unbewohnte Inseln wurde aktuell, als ein türkisches Patrouillenschiff nach griechischen Angaben ein Boot massiv bedrängte. Das gerammte Boot erreichte nach Medienberichten aus eigener Kraft die griechische Insel Leros.

Zu Spannungen kam es auch in der Ägäis: Ein Boot des türkischen Küstenwache rammte ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache.

Das griechische Schiff sei dabei am Heck beschädigt worden, verletzt worden sei aber niemand. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Regierung in Ankara dazu auf, die territoriale Souveränität Zyperns zu respektieren. Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprioten würden deren Rechte missachtet.

Erdogan fügte hinzu: "Es ist ganz klar, dass diejenigen, die sagen, Wir reagieren hart, wenn sie uns angreifen', in ihrem Leben noch keine osmanische Ohrfeige verpasst bekommen haben".

Die Nachbarstaaten streiten sich neben der Zypern-Frage seit Jahrzehnten auch um Hoheitsrechte in der Ägäis. Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei mahnte der türkische Staatspräsident die US-Truppen in Manbidsch, einem möglichen türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt nicht im Wege zu stehen. Die Regierung in Nikosia kontrolliert aber nur den Südteil der Insel. Danach bemühten sich Athen und Ankara um Entspannung.

Unter Vermittlung des damaligen US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und des früheren NATO-Generalsekretärs Javier Solana hatten sowohl die Türkei, als auch Griechenland seinerzeit ihre dort stationierten Kriegsschiffe abgezogen. Italien erwarte, dass in dem Konflikt eine "gemeinsame Lösung im Einklang mit dem Völkerrecht und den Interessen sowohl von ENI, den Ländern in der Region als auch mit den beiden zyprischen Gemeinschaften" gefunden werde, teilte das Außenministerium in Rom mit.

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