TUI setzt auf Kreuzfahrten und Erholung bei Türkei-Reisen

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Die Türkei-Buchungen aus Deutschland seien um 50% gestiegen gegenüber dem Vorjahr, als Anschläge und politische Krisen die Erholungssuchenden verunsicherten. Die Sommer-Buchungen lägen derzeit sechs Prozent höher als 2017. Der saisontypische Verlust unterm Strich sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 99,6 Millionen Euro. Der lukrative Verkauf von drei Hotels der Riu-Kette ließ den operativen Gewinn des Bereichs um mehr als 90 Prozent steigen. Der Umsatz stieg acht Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Reiseveranstalter schreiben im reiseschwachen Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Dabei baut der Konzern sein eigenes Hotelgeschäft weiter aus. Im 1. Im abgelaufenen Quartal eröffnete er sieben Häuser, darunter ein Riu-Hotel und zwei Robinson Clubs.

Bereits im Vorjahr war das Quartal bei Tui durch das Fluggeschäft belastet: Damals mussten nach dem wilden Streik bei Tuifly im Oktober 2016 sogar 24 Millionen Euro Verlust verbucht werden, wie der Konzern mitteilt.

Die Quartalsbilanz wäre noch besser ausgefallen, hätte der Ferienflieger TUI Fly nicht wegen der Pleite der Air-Berlin-Tochter Niki und dem damit wegfallenden Einsatz von sieben seiner Flugzeuge Miese gemacht.

Zudem kündigte Joussen an, dass der Reisekonzern jünger und digitaler werden wolle.

Tui baut dabei das Türkei-Angebot ab Deutschland kräftig aus und hat für Mai bis Oktober 100 000 Flugtickets zusätzlich ins Angebot aufgenommen. Joussen bekräftigte das Jahresziel, den um Währungseffekte bereinigten operativen Gewinn um mindestens 10% zu steigern. Als Herausforderung sieht der TUI-Chef für die kommenden Jahre außerdem die Gefahr des Terrorismus und den wachsenden Nationalismus in vielen Ländern.

Derweil forciert Joussen die Digitalisierung des Geschäfts. Der Überschuss ging zwar um mehr als ein Drittel auf 645 Millionen Euro zurück. Allerdings hatte Tui ein Jahr zuvor beim Verkauf der Tochter Hotelbeds einen hohen Sondergewinn eingestrichen.

Für Diskussionen sorgte die geplante Wahl von Daimler-Chef Dieter Zetsche zum neuen Aufsichtsratschef. Nach Kritik von Aktionärsberatern will Amtsinhaber Klaus Mangold den Posten weiter besetzen, solange Zetsche diesen mit seinen Aufgaben bei Daimler nicht in Einklang bringen kann. Die Aktionäre wählten Zetsche mit 96,68 Prozent der Stimmen für fünf Jahre in das Gremium.

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