Saakaschwili aus Ukraine nach Polen abgeschoben [1:20]

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Schwerbewaffnete Grenzschützer holten den 50 Jahre alten Poroschenko-Gegner beim Mittagessen aus einem Restaurant neben der Zentrale seiner Partei in der ukrainischen Hauptstadt und schoben ihn dann ab. Die Ukraine wirft Saakaschwili einen Putschversuch vor. Zuletzt stürzte seine Partei "Block Poroschenka "in den Umfragen auf fünf Prozent ab, gleichzeitig empört man sich in der Ukraine über den teuren Neujahrsurlaub des Präsidenten auf den Malediven - offiziell befand sich der Präsident nämlich an seinem Arbeitsplatz". Später wurde er dessen größter Kritiker und organisierte Proteste gegen die Regierung.

Die ukrainischen Behörden begründeten die Ausweisung in das EU-Land Polen mit dem Hinweis, dass der 49-Jährige in den Niederlanden eine Staatsbürgerschaft beantragen könne. Lisa Bogutskaja schrieb auf Facebook, Saakaschwili sei von vermummten Männern abgeholt worden und zum Flughafen von Kiew gefahren worden. Der Präsident entzog ihm die Staatsangehörigkeit im Juni 2017 während eines Auslandsaufenthaltes wieder.

Der polnische Grenzschutz teilte mit, man habe Saakaschwili einreisen lassen, weil er mit einer EU-Bürgerin verheiratet sei.

Der ehemalige georgische Präsident war im vergangenen September aus Polen über die Grenze in die Ukraine gelangt.

Damit ist die Situation um den Ex-Georgier, der seinen Angaben zufolge mittlerweile staatenlos ist, kompliziert.

Saakaschwili kündigte gegenüber der Zeitung an, dass er erneut in die Ukraine reisen wolle.

Am Vortag hatte der 50-Jährige im georgischen TV-Sender Rustawi-2 über Vorbereitungen zu seiner Abschiebung ins Nachbarland Polen spekuliert. Gegen Saakaschwili, der von der "Rosenrevolution" im Jahr 2004 bis 2013 Präsident Georgiens war, liegt in seiner Heimat ein Haftbefehl wegen Machtmissbrauchs vor.

Saakaschwili war bereits im Dezember nach einer Festnahme spektakulär von Demonstranten aus einem Gefangenentransporter in Kiew befreit worden. "Poroschenko ist kein Präsident, er ist nur ein kleiner, hinterhältiger Krämer", sagte er. Mehrfach hat er zu Protesten gegen die Führung in Kiew aufgerufen. "Sogar wenn man uns ins Gefängnis steckt, werden die Leute kämpfen. Wir werden nicht aufgeben", sagte Saakaschwilis Mitstreiter David Sakwarelidze.

Im Januar hatte ein Berufungsgericht in Kiew Saakaschwili zu nächtlichem Hausarrest verurteilt.

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