EU will bei Elektroauto-Batterien weltweite Führung

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Ziel des Treffens ist, dass Europa bei Batteriezellen für Elektroautos nicht den Anschluss verliert. In der kommenden Woche soll der Startschuss für den Bau einer eigenen Fertigung gegeben werden. Februar will die EU-Kommission eine Strategie vorlegen.

Sie sind das Kernstück aller Elektroautos: Batterien. Bei einem Treffen in Brüssel sagten Vertreter der Mitgliedstaaten den Konzernen lukrative Gewinne voraus, wenn sie sich zu einer "Batterie-Allianz" zusammenfinden. 90 Prozent der heutigen E-Fahrzeuge fahren mit Produkten aus Fernost. "Wir stehen vor der größten Veränderung der Auto-Industrie", betonte der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig. Bisher sei die EU in diesem Bereich wettbewerbsfähig, weil man bei Verbrennungsmotoren führend sei. Die Angst vor den Investitionskosten einer eigenen europäischen Produktion - sie werden auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt - ist groß.

Das sieht die Brüsseler Kommission völlig anders. Der Markt für die Energiespeicher dürfte 250 Milliarden Euro groß werden - was etwa der Größe der Wirtschaft von Dänemark entspricht. Wer bei Antrieben und den wichtigsten Komponenten nicht mit der Entwicklung Schritt halte, verspiele seinen Vorsprung.

Weitere Gelder könnten zum einen aus dem Strukturfonds kommen. Die Europäische Investitionsbank versprach zum anderen, ebenfalls Kredite zur Verfügung zu stellen.

Brüssel fürchtet, dass es zu einer Zersplitterung der Bemühungen kommen könnte. Bis 2023 sollen Batterien mit einer Gesamtleistung von 32 Gigawattstunden gebaut werden. Man müsse bis Mitte des nächsten Jahrzehnts hundert Gigawattstunden Produktionskapazität bereitstellen, weil ab dann die Nachfrage nach Elektroautos anziehen werde, forderte der Kommissar. "Wir brauchen einen großen Aufschlag", hieß es gestern in Brüssel. Die Rede ist von einer "Gigafactory", ein Begriff, der offensichtlich vom E-Auto-Führer Tesla übernommen wurde, der gerade erst angekündigt hat, eine solche Riesenfabrik in der Wüste von Nevada zu bauen. Um bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen, müsse man 20 Milliarden Euro für Fertigungskapazitäten in die Hand nehmen, hatte Bosch-Chef Volkmar Denner gesagt. Dagegen hatte Daimler Ende 2015 sogar seine Batteriefertigung im sächsischen Kamenz eingestellt.

Die Kommission hat ehrgeizige Ziele: "Wir wollen grüne Batterien", sagte Sefcovic. "Schon bei der Planung sollen die nachhaltige Umgang mit Rohstoffen ebenso berücksichtigt werden wie die Wiederverwertung".

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