Erzieher soll jahrelang Jugendliche in Heim missbraucht haben

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Stefan W. arbeitete als Erzieher im Jugendhof Hirschkuppe, einem Heim für schwer erziehbare Kinder. Erst war alles noch in Ordnung: "Er (Stefan W., Anmerkung der Redaktion) war die einzige Person, der ich mich bis dahin anvertraut habe".

Ihr Verhältnis wurde schnell persönlich.

Beide nahmen auch gemeinsam einen Husky im Tierheim von Bückeburg in Pflege, wie A. berichtet. "Er hat eine Abhängigkeit geschaffen", urteilt der 30-Jährige im Nachhinein.

Gleichzeitig sagt A.: "Ich konnte das nicht zuordnen". Die Kinder damals zwischen 12 und 14 Jahre alt. Auf der Anklagebank soll ein Erzieher sitzen, dem 15 Fälle von Kindesmissbrauch in einem Jugendheim vorgeworfen werden. Der Erzieher bestreitet die Tatvorwürfe laut seinem Verteidiger Ralf Jordan komplett. "Wir werden für die Wahrheit in diesem Fall kämpfen". Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft sollen sich die Taten zwischen 1999 und 2009 ereignet haben. Zu dem Missbrauch soll es in dem Heim, aber auch auf Ferienfreizeiten und im Auto des Erziehers gekommen sein, hieß es in der Anklage. "Mein bester Freund ist die Triebfeder gewesen", erinnert er sich. "Für sein Handeln hat man Konsequenzen zu tragen". Sechs Jahre später muss sich Stefan W. vor Gericht verantworten. Wie aufwendig dies ist, zeigt sich an den Planungen der Jugendkammer. Elf Sitzungstage sind anberaumt, 24 Zeugen sollen gehört werden. Es geht um eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit besonderem sozialpädagogischem Betreuungsbedarf.

Viermal soll sich der Angeklagte an Siegfried A. vergangen haben. Garbe bestätigt auf Nachfrage, dass W. heute nicht mehr mit Jugendlichen arbeite und derzeit auf freiem Fuß sei.

Den Zeugenaussagen dürfte eine entscheidende Rolle bei der Beweisführung zukommen.

Die Anwältin von Siegfried A., Heidi Saarmann, sieht immerhin "eine hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass das Verfahren in einer Verurteilung endet".

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