Wienwert-Holding: Konkurs statt Sanierung, Abwicklung startet

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Die WW Holding AG werde vollständig abgewickelt und die Tochtergesellschaft Wienwert AG "im Rahmen eines Bieterprozesses in Abstimmung mit dem Kooperationspartner verkauft", teilte Abel am Mittwoch mit.

Der Immobilienentwickler WW Holding AG hat seinen Sanierungsantrag zurückgezogen.

Die Gesamtverbindlichkeiten betragen - einschließlich besicherter Gläubigerforderungen - über 55 Millionen Euro, davon entfallen 35 Millionen Euro auf rund 900 Anleihegläubiger. Zuletzt war noch von einer Sanierung und dem Interesse eines deutschen Investors die Rede.

Die insolvente WW Holding AG, die 99,99 Prozent an der Wienwert AG hält, steht nun endgültig vor dem Aus. Als größte Position scheint darin die Beteiligung an der - nicht insolventen - Tochter Wienwert AG mit 9,8 Millionen. Diesen Anlegern droht im schlimmsten Fall ein Totalausfall. "In den übrigen Tochtergesellschaften der Schuldnerin wird Mag".

Insolvenzverwalter Norbert Abel wird sich in Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss mit einem Team von fünf Juristen unter Beiziehung von Sachverständigen über die wirtschaftliche und rechtliche Lage informieren.

Zu Beginn des Sanierungsverfahrens Anfang Februar war für die Gläubiger von der gesetzlich vorgegebenen 20-prozentigen Mindestquote ausgegangen. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 24. April geplant.

Als Ursachen der Insolvenz nannte die WW Holding unter anderem das Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen die Tochtergesellschaft und gegen zwei Gründer der WW Holding sowie die behauptete Nichtzahlung maßgeblicher Forderungen. Angeführt wurde der Verkauf von scheinbar sicheren Anleihen auf dem Finanzmarkt, die suggerierte Nähe zur Stadt Wien und die hohen versprochenen Renditen. Seit 2014 übermittelte die FMA vier Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft und verhängte mehrere Verwaltungsstrafverfahren gegen die Vorstandsmitglieder der Wienwert.

Grubelnik sagte, dass die Wienwert-Gruppe kein von der FMA konzessioniertes Unternehmen sei und nicht der Aufsicht durch die FMA unterstand. Der aktuelle Prospekt zu einer Anleihe sei von der Luxemburger Aufsicht gebilligt worden.

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