Südafrikas Regierungspartei berät über Absetzung von Präsident Zuma

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Das Exekutivkomitee der südafrikanischen Regierungspartei ANC berät heute in Johannesburg über die Zukunft von Staatschef Zuma.

Der Parteivorsitzende und bisherige Vizepräsident Cyril Ramaphosa hatte am Sonntag auf einer Kundgebung erklärt, das Gremium werde im Interesse der Nation den Übergang der Macht einleiten.

Die gut 80 gewählten Mitglieder des erweiterten ANC-Vorstands sollten sich am Montag in der Hauptstadt Pretoria zu der kurzfristig anberaumten Sitzung treffen. Beobachter meinten, die Südafrikaner erwarteten sehnlichst eine Ankündigung über Zumas möglichen Rücktritt.

Nach knapp neun Jahren im Amt sind nun die Tage des 75-jährigen Zuma ganz offensichtlich gezählt.

Ramaphosa war Ende Dezember zum Vorsitzenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) gewählt worden. Die Beratungen auf höchster Parteiebene dauern seit vergangenen Sonntag an. Seine zweite Amtszeit würde normalerweise erst mit der Wahl 2019 enden. Faktisch müsste Zuma jedoch nach einer entsprechenden Aufforderung durch den Parteivorstand abtreten. Sobald es eine Entscheidung gebe, werde niemand widersprechen, sagte die stellvertretende ANC-Generalsekretärin Jessie Duarte am Dienstag.

Zuma wird im Zusammenhang mit einer Luxussanierung seiner Privatvilla persönliche Bereicherung im grossen Stil vorgeworfen. Zudem soll er einer befreundeten Unternehmerfamilie Aufträge zugeschoben haben und ihnen unzulässig Einfluss auf Politik und staatliche Unternehmen gewährt haben. Ramaphosa gilt als pragmatischer Managertyp, der bislang nicht von Korruptionsvorwürfen belastet ist. Zuma weist die Vorwürfe zurück. Der Politiker ist auch ein erfolgreicher Unternehmer, ihm wird ein Vermögen von 450 Millionen US-Dollar zugeschrieben.

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