Staat New York verklagt Filmproduzent Weinstein

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Das Unternehmen sowie die beiden Brüder werden laut Staatsanwaltschaft wegen Verletzung der Bürgerrechte, Menschenrechte und des Arbeitsrechts verklagt.

New YorkNach einer Reihe von Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens hat die Staatsanwaltschaft im US-Staat New York Hollywood-Produzent Harvey Weinstein und sein früheres Unternehmen verklagt. Weinstein und sein ehemaliger Geschäftspartner und Bruder Robert Weinstein (63) hätten "wiederholt das New Yorker Gesetz gebrochen, indem sie ihre Mitarbeiter nicht vor allgegenwärtiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung geschützt haben", erklärte Schneiderman.

Die Klage der Staatsanwaltschaft wurde beim Obersten Gericht des Bezirks New York eingereicht, wie Generalstaatsanwalt Schneiderman mitteilte.

Die Klage sei Ergebnis von vier Monate andauernden Ermittlungen, in denen "neues und ungeheuerliches" sexuelles Fehlverhalten enthüllt worden sei, hieß es weiter.

Weinsteins Anwalt Ben Brafman erklärte derweil, falls Schneiderman eine faire Ermittlung durchführen würde, würde sich zeigen, dass viele der Anschuldigungen unbegründet seien.

Den Untersuchungsergebnissen zufolge soll Weinstein Mitarbeiter mit Aussagen wie "Ich werde dich umbringen, ich werde deine Familie umbringen" und "Du weißt nicht, was ich tun kann" bedroht haben. Er habe Beziehungen zu mächtigen Menschen, die "sich um Probleme kümmern könnten". Wörtlich schrieb Brafman von "null Diskriminierung" in der Weinstein Company. Weinstein habe mehr Frauen in leitende Positionen als jeder andere Unternehmenschef gebracht. Wenn er allerdings zum Sündenbock gemacht werden sollte, werde er sich selbst energisch verteidigen. Er wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seiner Produktionsfirma entlassen. Ihm werfen über hundert Frauen, darunter Hollywood-Grössen wie Salma Hayek (51) und Gwyneth Paltrow (45), sexuelle Belästigung und sogar Vergewaltigung vor. In der Vergangenheit hatten Weinsteins Vertreter alle Vorwürfe des nicht-einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs zurückgewiesen. Inzwischen soll er sich wegen Sexsucht therapieren lassen. Schneiderman hatte im Oktober eine juristische Untersuchung gegen das New Yorker Unternehmen eingeleitet, nachdem die "New York Times" und der "New Yorker" Anschuldigungen der sexuellen Übergriffe und Belästigung gegen den Filmmogul veröffentlicht hatten. Der geplante Verkauf der verschuldeten Filmproduktionsfirma könnte scheitern. Der Abschluss des Verkaufs war am Sonntag erwartet worden.

Die Weinstein-Enthüllungen im vorigen Herbst brachten die #MeToo-Lawine ins Rollen - eine weltweite Bewegung, bei der Hunderttausende Betroffene über eigene Erfahrungen reden und Missbrauchsvorwürfe öffentlich machen.

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