Gabriel bedauert offenbar "Haare"-Äußerung zu Schulz"

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Der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel bedauert laut dem "Tagesspiegel", dass er bei seiner Kritik an der SPD-Spitze und Martin Schulz seine kleine Tochter erwähnt hat.

Gabriel hatte als Reaktion auf Schulz' beabsichtigten Wechsel ins Auswärtige Amt gesagt, seine Tochter Marie habe ihn mit den Worten getröstet: "Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns".

Gabriel erklärte, er habe hier eine eher humorvolle Bemerkung machen wollen, die ihm mitlerweile leid tue.

Die Personalquerelen in der SPD sorgen auch Anfang der Woche für Diskussionen. "Wer zu unfairen Mitteln greift, nimmt sich damit selbst vom Platz".

Zudem gilt Gabriels Verhältnis zur designierten neuen SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles als stark belastet. Der frühere Spitzendiplomat Michael Steiner, einst außenpolitischer Berater unter Kanzler Gerhard Schröder und Ex-Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan, sprach Gabriel in der "Bild"-Zeitung die Eignung ab: "Ein Staatsamt fordert ein Mindestmaß an Anstand".

Der 51-jährige Saarländer ist zwar auch nie als Außenpolitiker in Erscheinung getreten, war er vor seiner Ernennung zum Justizminister nur kurzzeitig saarländischer Minister für Umwelt, Energie und Verkehr, ansonsten mehrfach in Landtagswahlen gescheiterter Oppositionsführer in Saarbrücken, aber in der SPD meint man, dass er es als ausgebildeter Jurist und bisheriger Bundesminister am ehesten ausfüllen können. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, sprach sich derweil dafür aus, Gabriel bei der Vergabe von Kabinettsposten zu berücksichtigen. Er habe dort "hervorragende Arbeit geleistet".

Martin Schulz wird auch den SPD-Parteivorsitz abgeben.

Seine Verärgerung über die Partei jedoch habe er erneut gegenüber Vertrauten deutlich gemacht. "Es kann nicht sein, dass man sich austauscht unter vier oder sechs oder acht Augen und sagt: Wer macht was, sondern es muss ein geordnetes Verfahren geben", sagte Mattheis. Auch die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Katja Pähle, warnte im MDR vor einem überstürzten Wechsel an der Parteispitze.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte nach der Attacke Gabriels solche Äußerungen scharf. "Wenn wir mit Andrea Nahles eine Parteivorsitzende bekommen, die nebenbei Fraktionsvorsitzende ist, dann garantiert das auch, dass die SPD in einer Regierung sichtbar bleibt", sagte Klingbeil.

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