So viele deutsche IS-Frauen sind in Syrien in Haft - Medien

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In den Kurdengebieten im Norden Syriens werden derzeit mindestens 15 Frauen aus Deutschland festgehalten, die sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Nadim Houry, Terrorismus-Experte von HRW, hat laut der "Welt" die Lager im Norden Syriens besucht, in denen die IS-Anhänger, die in vergangenen Monaten von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) gefangen genommen wurden, festgehalten werden. "Etwa 800 IS-Frauen mit Kindern befinden sich in vier Lagern in Nordsyrien". Die Frauen würden aus Kanada, Frankreich, Großbritannien, Tunesien, Jemen, der Türkei und Australien stammen. Die betroffenen Frauen seien "in einer sehr schwierigen Situation", sagte der Jurist. "Die Kinder haben keine Straftaten begangen, sie sind selbst Opfer des Krieges und oftmals auch ihrer radikalisierten Eltern", so Houry. Einige Frauen hätten jedoch berichtet, dass sie bei Verhören "geschlagen und erniedrigt" worden seien. "Einige Frauen wollen zumindest ihre Kinder nach Hause schicken", so Houry gegenüber der Zeitung.

Die Kurden wollen Houry zufolge die IS-Familien in ihre Heimatländer schicken, aber diese zeigen keine Bereitschaft, die IS-Mitglieder wieder aufzunehmen. "Die Kinder haben keine Straftaten begangen, sie sind selbst Opfer des Krieges und oftmals auch ihrer radikalisierten Eltern". Nur die Behörden aus Russland und Indonesien haben bislang in Nordsyrien gefangene Staatsbürgerinnen abgeholt. Andere Regierungen weigern sich bislang, die IS-Anhängerinnen aus der kurdischen Gefangenschaft nach Hause zu holen.

Zuletzt hatte das Auwärtige Amt bestätigt, dass ein Kind einer im Irak inhaftierten deutschen Staatsangehörigen in die Bundesrepublik gebracht worden ist. Er verwies in der "Rheinischen Post" auf Videos von Tötungen durch Minderjährige und sagte, die Grundannahme des Strafrechtes sei widerlegt, dass Kinder unter 14 Jahren nicht gefährlich sein könnten.

Die bisherige große Koalition von Union und SPD im Bund hatte das Mindestalter für eine Überwachung von 16 auf 14 Jahre gesenkt. Sie erntete dabei heftige Kritik unter anderem von der SPD.

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