Gold für Deutschen Wellinger, Debakel für die Österreicher

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Andreas Wellinger ist in einem völlig chaotischen Skispringen zur Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang geflogen. Mit einem Vorsprung von 8,4 Punkten vor Forfang jubelte der Bayer über das erste Skisprung-Einzelgold für Deutschland seit Jens Weißflog 1994. Und das in eindrucksvoller Manier mit einem Schanzenrekord (113,5 Meter), der ihn im zweiten Durchgang vom fünften noch auf den ersten Platz beförderte. Man hat sicher Glück gebraucht, aber über zwei Sprünge musst du das auch ausnutzen und runterbringen. Immer wieder hatten die Athleten wegen der ständig wechselnden Winde warten und die Absprungluken wechseln müssen. Minus zwölf Grad zeigte das Thermometer, gefühlt waren es eher minus 20 Grad.

Kraft ohne Gas, Hayböck hadert. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 und 2010 musste gleich sechs Versuche unternehmen, ehe er endlich abspringen konnte, spielte dann aber seine gesamte Routine aus und rettete immerhin noch den elften Platz. Das Springen wurde erst nach Mitternacht beendet. Die Zuschauer hatten schon längst von diesem unwürdigen Schauspiel genug, nur noch rund 1000 Fans harrten an der Schanze aus.

Nach dem ersten Durchgang bei dem von zahlreichen Windunterbrechungen und Eiseskälte geprägten Springen hatten die DSV-Springer Richard Freitag und Andreas Wellinger noch die Ränge vier und fünf mit minimalem Rückstand auf die Medaillenplätze belegt.

Kraft rutschte im Finale vom sechsten Zwischenrang noch aus den Top Ten.

Olympiadebütant Kraft erwischte nicht seinen besten Tag und hatte auch nicht das nötige Windglück. Michael Hayböck (17.), Gregor Schlierenzauer (22.) und Manuel Fettner (23.) landeten ebenfalls nur im geschlagenen Feld. Aber unten ist irgendwie nichts weitergegangen. Ich habe minus 17 Windpunkte und weiß nicht, wo das war.

Das Ergebnis sei natürlich bitter, trotz der grenzwertigen Bedingungen hätten sich aber die Besten durchgesetzt. Vor allem Hayböck gelang es nicht, an seine teilweise starken Trainingsleistungen anzuschließen.

Nicht für eine Platzierung ganz vorne, aber trotzdem für einen Eintrag in die Geschichtsbücher reichte es für den japanischen Altstar Noriaki Kasai.

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