Absturz an der Wall Street lässt Asien zittern

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Nach dem heftigen Börsenbeben vom Wochenauftakt haben die US-Aktienmärkte einen bewegten Handelstag verzeichnet. Der Dow Jones schloss mit knapp 570 Punkten Zuwachs, das entspricht - nach den Verlusten und dem Schrecken vom Vortag - einer Steigerung um 2,3 Prozent.

Der Shanghaier Composite Index lag am Dienstag eine halbe Stunde nach Handelsstart rund 1,89 Prozent im Minus bei 3421 Punkten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Dienstag in den ersten 15 Handelsminuten um fast 1.000 Punkte ab. Zeitweilig lag der Dow zehn Prozent unter seinem Rekordhoch vom 26. Januar, bevor er sich bis zum Handelsschluss etwas erholte.

Auslöser für die Talfahrt in Asien waren abermals die schwachen Vorgaben aus den USA. Nach der Kurskorrektur in den USA brachen alle diese Titel zur Handelseröffnung ein, verloren bis zu rund 10 Prozentpunkte, um die Verluste umgehend wettzumachen.

Der größte Verlierer im Dax war am Dienstag nach einem trüben Geschäftsjahr das Papier von Munich Re mit einem Minus von mehr als 5 Prozent. Letztlich ging er am Donnerstag mit einem Abschlag von 4,15 Prozent oder mehr als 1000 Punkten bei 23 860,45 Zählern aus dem Handel.

"Die Lage hat sich nicht beruhigt", sagte Jason Ware, Chef-Investmentstratege des Anlagehauses Albion Financial Group. Andere wiesen auf die Versuche der Zentralbanken hin, die quantitative Lockerung zurückzufahren und die Niedrigzinspolitik zu beenden, die eine so wichtige Rolle bei dem Marktaufschwung seit der Finanzkrise von 2008 gespielt hat. Der Dax beschleunigte seine jüngste Talfahrt aber. Der Nebenwerteindex M-Dax ging um 2,5 Prozent zurück, die Technikaktien im Tec-Dax sogar um 4,0 Prozent.

Für Unruhe sorgte die Bank of England, die zwar den Leitzins nicht antastete. Vor allem die Lohnentwicklung hatte Ängste vor einer stärker als erwartet anziehenden Inflation verstärkt. Dies scheint sich nun zu bewahrheiten. Die Geldschwemme hatte den Börsen eine jahrelange Rally beschert.

Die Geldschwemme und Niedrigzinsen der großen Notenbanken halten Anleger seit Jahren bei Laune.

Der Volatilitätsindex, auch das Angstbarometer der Wallstreet genannt, kletterte auf ein Niveau, das letztmals unmittelbar nach der Wahl von Donald Trump registriert worden war. Auch Trump selbst verkniff sich Verbalgetöse, wie stark seine Politik auf die Finanzmärkte eingewirkt habe, diesmal weitgehend. Man habe schon in den vergangenen Wochen und Monaten mit Maß und Ziel in Aktien investiert, obwohl die Bewertungen überwiegend immer noch fair gewesen seien. Die Risiken zwischen und innerhalb der einzelnen Anlageklassen wie Aktien wurden lange von der Flut an billigem Geld überlagert. Grund für die Euphorie war, dass der Kurznachrichtendienst erstmals die Gewinnschwelle überschritten hat. Auf dem Parkett der New Yorker Börse sei es turbulent zugegangen. Bei der Traditionszeitung brummt das Online-Geschäft. In den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie bis Montagabend fast 7 Prozent eingebüsst. Der Umsatz legte um 11 Prozent zu, während die Gesamtausgaben um 16 Prozent anschwollen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,2 Milliarden Aktien die Besitzer. Der breit gefasste S&P 500 brach am Montag um 4,10 Prozent auf 2648,94 Punkte ein.

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