Gericht bestätigt Parteiausschluss Le Pens

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Der umstrittene Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen bleibt trotz seines Rauswurfs aus dem französischen Front National (FN) zunächst noch Ehrenvorsitzender der Partei.

Der Anwalt von Jean-Marie Le Pen sagte, dieser habe das Urteil mit "sehr grosser Genugtuung" aufgenommen, da er den Ehrenvorsitz behalten könne.

Hintergrund des Streits sind Meinungsverschiedenheiten zwischen Vater und Tochter über die Ausrichtung der Front National: Marine Le Pen fährt eine Strategie der "Entteufelung" der Partei, um sie aus der rechtsextremen Ecke zu holen und für breitere Wählerschichten zu öffnen. Grund war seine wiederholte Verharmlosung der Gaskammern der Nazis, wegen der er mehrfach verurteilt wurde.

Den Ehrenvorsitz der Front National hat Jean-Marie Le Pen seit 2011 inne. Da sie vor Gericht nun endgültig damit gescheitert ist, soll nach ihren Plänen der FN-Parteitag im März in Lille beschliessen, den Posten des Ehrenvorsitzenden ganz zu streichen. Ihr Vater, der die Front National 1972 im äußersten rechten Spektrum gegründet hatte, hält das für den falschen Weg und wirft seiner Tochter "Verrat" an den Grundwerten der Partei vor.

Das Gericht sprach dem 89-Jährigen sogar 25.000 Euro Schadenersatz zu.

Es ist bereits der zweite Anlauf von Marine Le Pen, ihrem Vater auch noch den Ehrenvorsitz zu nehmen.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP kündigte Jean-Marie Le Pen an, in jedem Fall an dem Parteitag am 10. und 11. März teilnehmen zu wollen. Notfalls werde er dies mit Hilfe der "öffentlichen Gewalt" tun. Extra dafür will der Vorstand der französischen Rechtspopulisten neue Statuten beschließen und das Ehrenamt abschaffen. Marine Le Pens Chefstratege Florian Philippot verliess die Front National und will am 18. Februar mit Les Patriotes (Die Patrioten) eine Gegen-Formation gründen.

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