Airbus zahlt 81 Millionen Euro Bußgeld

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Berlin (Reuters) - Airbus ist im Zusammenhang mit einem milliardenschweren Eurofighter-Auftrag Österreichs ein Bußgeld von 81,25 Millionen Euro aufgebrummt worden. Es hätten sich in den außerordentlich umfangreichen Ermittlungen keine Nachweise für Bestechungszahlungen ergeben, teilte die Ermittlungsbehörde am Freitag mit. Die Staatsanwaltschaft München I hat jetzt einen Bußgeldbescheid über 81,25 Millionen Euro erlassen, den das Unternehmen umgehend akzeptierte.

Der Fall beschäftigte die Ermittler seit dem Jahr 2012, er sorgte auch in Österreich für großes Aufsehen und führte dort ebenfalls zu Ermittlungen. Die Alpenrepublik hatte im Februar vergangenen Jahres nach jahrelangen Regierungsermittlungen Strafanzeige gegen Airbus wegen des Verdachts auf "arglistige und betrügerische Täuschung" gestellt. Der Kaufpreis wurde um 250 Millionen Euro gesenkt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien in der Causa Eurofighter laufen unabhängig von der Entscheidung in Deutschland weiter, wie ein Behördensprecher Freitagabend sagte.

Die Staatsanwaltschaft München I verdächtigte mehr als ein Dutzend meist ehemalige Mitarbeiter und Manager sowie Geschäftspartner von Airbus, österreichische Staatsdiener bestochen zu haben, damit EADS trotz heftiger Konkurrenz den Zuschlag aus Wien erhält. Die Gelder seien "unter Umgehung der unternehmensinternen Kontrollen großteils ohne belegbare Gegenleistung für unklare Zwecke verwendet" worden, teilte das Gericht mit. Der Tatbestand einer fahrlässigen Aufsichtspflichtverletzung sei erfüllt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Mit dem Bußgeld sollten die Vorteile abgeschöpft werden, die Airbus mutmaßlich gezogen habe. Zugunsten des Konzerns sei berücksichtigt worden, dass Airbus "vollumfänglich" kooperiert habe und inzwischen ausreichende Maßnahmen ergriffen habe, solche Abläufe in Zukunft zu verhindern.

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