Virus-Alarm beim Frühjahrsputz

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Immer wieder haben Meldungen über ein vermehrtes auftreten von Hanta-Virus-Infektionen in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt.

Dass wir Staub einatmen, etwa beim Frühjahrsputz, ist ganz normal.

"Wer beim Frühjahrsputz Staub einatmet, setzt sich in manchen Gebieten Deutschlands einem erhöhten Infektionsrisiko durch Hanta-Viren aus", so die Mitteilung der Universität. Denn die Mäuse, die am Waldrand leben, hinterlassen nicht nur Nagespuren, sondern auch Ausscheidungen, die mit dem in Europa verbreiteten Puumala-Virus (ein Hanta-Virus) kontaminiert sein können, und über Staub aufgenommen werden.

Wissenschafter der Goethe-Universität in Frankfurt und des Senckenberg Forschungszentrums für Biodiversität und Klima haben nun die Entwicklung von Hanta-Infektionen in Deutschland auf Basis von Langzeitdaten untersucht.

Im aufgewirbelten Staub beim Frühjahrputz können mit Hanta-Viren enthalten sein, die anschließend eine Infektion verursachen. Die Maus selbst erkrankt nicht, kann den Erreger aber zum Beispiel durch einen Biss auf den Menschen übertragen. Auch durch Kot, Urin oder erregerhaltige Aerosole, die beispielsweise während Reinigungsarbeiten in der Land- und Forstwirtschaft aufgewirbelt und eingeatmet werden, kann es zur Infektion kommen.

Seit dem Jahr 2001 besteht für Hanta-Virus-Infektionen in Deutschland eine Meldepflicht. Dies ist vor allem wegen der erhöhten Blutungsneigung gefährlich, die zu akutem Nierenversagen führen kann. Anhand der gewonnenen Daten hat das Forscherteam um Prof. In großen Städten und Ballungsgebieten wie Berlin, Stuttgart oder Bonn sei die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner tendenziell höher als in ländlichen Gebieten.

Während die räumlichen Verteilungsmuster relativ konstant sind, zeigten sich laut Aussage der Wissenschaftler jedoch starke zeitliche Schwankungen. Was die Forscher noch herausgefunden haben: Während die räumlichen Ausbreitung über die letzten 15 Jahre ähnlich geblieben ist, schwanken die Infektionsfälle von Jahr zu Jahr sehr deutlich: Demnach war die Zahl der gemeldeten PUUV-Infektionen in den Jahren 2007, 2010 und 2012 besonders hoch. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von "PeerJ" mitteilen, gelten als wichtige Faktoren für die Rötelmausdichte die Landnutzung (insbesondere der Waldanteil), klimatische Faktoren (kalte Winter) und das Nahrungsangebot. Hier seien Jahre, in denen Buche, Eiche und Kastanie besonders viele Früchte produzieren (Mastjahre), von entscheidender Bedeutung. Das führt oft zu einem starken Anstieg der Populationsdichte und damit zu mehr infizierten Rötelmäusen, was letztlich auch das Infektionsrisiko für den Menschen erhöht.

In ihren Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass den infektionsreichen Jahren 2007, 2010 und 2012 tatsächlich jeweils entsprechende Mastjahre vorausgingen. Allerdings folgte auf das Mastjahr 2014 nur ein Jahr mit leicht erhöhter Anzahl an humanen Puumala-Virus Infektionen. Ein zuverlässiges Vorhersage-Modell sei schwierig zu erstellen, da viele Faktoren eine Rolle spielen, sagt Studienautor Sven Klimpel. "Durch den Klimawandel, der häufigere Mastjahre und mildere Winter mit sich bringt, könnte die Zahl der Puumala-Virus-Infektionen künftig ansteigen", prognostiziert Klimpel.

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