Bewaffnete greifen Militärakademie in Kabul an

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Kabul. Afghanistan kommt nicht zur Ruhe: Am frühen Montagmorgen haben fünf schwer bewaffnete Kämpfer eine Militäreinheit in Kabul angegriffen. Ein Attentäter sei festgenommen worden, aber der letzte kämpfe noch. Laut dem Sprecher wurden auch mindestens zwei Soldaten getötet und zehn weitere verletzt. Ein afghanischer Offizier, der in der Gegend lebt und namentlich ungenannt bleiben wollte, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe, bis er am Morgen das Haus verlassen musste, elf Explosionen gezählt.

Nach Angaben des Behördensprechers Dawlat Wasiri galt der Angriff einem Stützpunkt in der Nähe der am westlichen Stadtrand gelegenen Militärakademie. Es wurde nicht unmittelbar klar, ob es sich um eine semantische Unterscheidung handelt, um einen weiteres Versagen von Sicherheitskräften beim Schutz schwer bewachter Einrichtungen zu verschleiern.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Überfall für sich, wie die Site Intel Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amak meldete. Der gut vernetzte Journalist Bilal Sarwary schrieb auf Twitter, eine Gruppe von Angreifern mit Nachtsichtgeräten sei auf das Gelände eingedrungen.

Erst am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter der radikalislamischen Taliban im Zentrum von Kabul in die Luft gesprengt und über 100 Menschen mit in den Tod gerissen. Sie könnten auf demselben Gelände liegen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens neun Menschen getötet.

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