Dieselabgase: Deutsche Autohersteller unterstützen Versuche mit Affen

Einstellen Kommentar Drucken

Laut einem Bericht der "New York Times" sollen deutsche Hersteller Versuche an Affen durchgeführt haben, um zu beweisen, wie wenig gesundheitsschädlich Dieselabgase sind. Die Tiere mussten vier Stunden lang Dieselabgase einatmen.

Nun veröffentlichte die New York Times bisher geheime Gerichtsakten, aus denen hervorgeht, dass in den USA an Affen getestet wurde, wie gesundheitsschädigend die Abgase wirklich sind.

► Das Ganze sei Teil einer Studie gewesen, die beweisen sollte, dass die Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Die Organisation, die diese Versuche bei Forschern in den USA in Auftrag gegeben haben soll, die Europäische Forschungsgruppe Umwelt und Gesundheit im Verkehrssektor, wurde komplett von VW, Daimler und BMW finanziert. VW sei bei der Studie federführend gewesen.

Daimler und VW bestätigten auf dpa-Anfrage die Auftragsvergabe, wollten sich zu den Experimenten aber nicht konkreter äußern. "Daimler toleriert und unterstützt keine unethische Behandlung von Tieren". VW teilte mit, die Kritik an der Studie sehr ernst zu nehmen. BMW äußerte sich in einem Statement ähnlich - der Konzern führe keine Tierversuche durch und habe an der Studie nicht mitgewirkt.

Die "New York Times" stützt sich bei der Beschreibung der Experimente vor allem auf Zeugenaussagen des Studienleiters Jake McDonald vom Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI).

Offenbar war bei dem Versuch auch ein VW-Beetle mit Schummel-Software eingesetzt worden. McDonald war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

VW verweist darauf, dass die Forschungsgruppe Mitte 2017 aufgelöst wurde.

Comments