Impfung hilft nur bedingt Grippewelle fordert acht Todesfälle

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Die Crux daran: Ausgerechnet gegen diesen Virenstamm helfe der gängige Dreifach-Impfstoff nicht. In Großbritannien warnen die Medien vor "Aussie Flu", der "Australischen Grippe", durch die das Gesundheitssystem nun endgültig zusammenbrechen werde. Sie rät, dass alle Personen über 60 Jahre, geimpft werden, ebenso Schwangere, Menschen mit einer Grunderkrankung wie Diabetes oder Asthma sowie medizinisches Personal.

Weshalb H3N2 speziell für diese Altersgruppe besonders gefährlich ist, erklärt Silke Buda vom Robert Koch-Institut damit, dass das Virus noch jung ist. "H3N2 begann erst 1968 unter Menschen zu zirkulieren". Es sollten eigentlich laut Rat der Mediziner viel mehr Menschen sein. Außerdem sei die B-Yamagata-Linie im Dreifachimpfstoff für eine frühere Grippesaison enthalten gewesen; es könne also auch sein, dass Menschen, die sich damals haben impfen lassen, noch zu einem gewissen Teil immun sind, so die Experten des RKI. Daher ist nach dieser Zeitspanne kein Schutz vor einem Virusstamm mehr vorhanden - weder durch eine Impfung noch durch eine durchgemachte Infektion. Wegen der aktuellen Dominanz der Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie sei es wohl ratsam, Hochrisikopatienten bevorzugt mit dem Vierfachimpfstoff zu versorgen. Letztes Jahr berechnete eine Arbeitsgruppe in Europa bei den über 65-Jährigen eine Effektivität von 17 Prozent, und in der Saison 2013/2014, der letzten H3N2-Saison davor, waren nach Angaben der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention nur ein Viertel der Geimpften geschützt.

Bereits vier der elf registrierten Todesfälle sollen vom Typ-B-Virus ausgelöst worden sein. "Zwischen der Empfehlung der WHO für die Impfstoffzusammensetzung und der tatsächlichen Grippewelle liegt fast ein Jahr, und so kann es vorkommen, dass die Viren nicht mehr zu der vorgeschlagenen Impfstoffkomponente passen".

Wie wirksam ist die Grippeimpfung wirklich?

Es kann allerdings sein, dass auch die B-Komponente im Dreifach-Impfstoff einen gewissen Schutz bietet.

Schon wieder sieht es so aus, als würde der diesjährige Impfstoff Betroffene nicht ausreichend schützen. Die allermeisten Impfstoffe basieren auf in Hühnereiern gezüchteten Virenstämmen. Dabei passt sich der Erreger an die Vermehrung in den Hühnerzellen an - besonders das Hämagglutinin verändert sich, jenes Molekül, mit dem das Virus an seine Wirtszellen bindet.

Zum Start der Grippewelle erweist sich der Dreifach-Impfstoff als wenig passgenau. "Man könnte somit jedes Jahr eine Influenza bekommen", sagt Krause. Eine Impfung mache auch jetzt noch Sinn, da wir erst am Beginn der Grippewelle stehen.

Kommt die Australische Grippe - oder doch nicht?

Eine normal effektive Vakzine reduziere das Risiko sogar um nahezu drei Viertel. Schließlich reiche dieser für die meisten zirkulierenden Grippeerreger aus, so das RKI. "Weil dies eine sehr heftige Grippewelle war, gibt es möglicherweise schon eine stärkere vorbestehende Immunität in der Bevölkerung".

In den USA und Australien sei die vorherige Grippewelle dagegen bei Weitem nicht so schwer verlaufen. B-Yamagata wird derzeit am häufigsten bestimmt.

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