Über 20.000 Regierungsgegner bei Demonstration in Wien

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Mindestens 20.000 Regierungsgegner sind am Samstag in Österreich aus Protest gegen die Politik der rechtskonservativen Regierung auf die Straße gegangen.

Auf Spruchbändern, selbstgemalten Protestschildern und unzähligen Flugblättern spiegeln sich die Vorbehalte der Demonstrationsteilnehmer wider: "Nein zu schwarz-blau", "Lasst Nazis nicht regieren", "Hände weg vom Sozialstaat", "Nein zu Hartz IV"- eine Anspielung auf die geplante Abschaffung der bisherigen Leistungen für Langzeitarbeitslose. "Eine exakte Schätzung der Teilnehmerzahl war schwierig, da sich auch zahlreiche Schaulustige und Einkäufer auf der Straße befanden", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Die Veranstalter sprachen sogar von bis zu 80.000. Zwischenfälle blieben bisher aus.

Die Polizei setzte insgesamt rund 1.300 Beamte ein.

Polizeilich relevante Vorfälle gab es nicht, lediglich im rund 200 Personen umfassenden schwarzen Block wurden einzelne pyrotechnische Gegenstände gezündet und Eier geworfen. Die Plattformen werfen der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung rassistische, rechtsextreme und neofaschistische Tendenzen vor. Unmittelbar vor dem schwarzen Block marschierte übrigens eine Gruppe "Omas gegen Rechts".

Michael Genner von der Plattform für eine menschliche Asylpolitik erinnerte daran, dass Christian Broda, Namensgeber des Versammlungsortes, nicht nur Justizminister, sondern auch Widerstandskämpfer war.

Organisiert wurde die Demonstration von der Plattform für eine menschliche Asylpolitik, der Offensive gegen Rechts und der Plattform Radikale Linke.

Transparente, Trillerpfeifen, Pfeifkonzerte: Lautstark transportieren die Demonstranten ihre Anliegen.

Auch Flüchtlingsinitiativen sowie zahlreiche Schüler und Studenten waren vertreten. Die Regierung preise Frauen als Mütter, verweigere insbesondere Alleinerzieherinnen aber die reale Unterstützung. Die Schlusskundgebung begann gegen 16.30 Uhr am Heldenplatz.

Für erheblichen Unmut hatte in den Tagen vor der heutigen Protestkundgebung die Aussage von Innenminister Herbert Kickl gesorgt.

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