Tschechen wählen neuen Präsidenten

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Prag - Nackt-Eklat bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien: Eine Aktivistin der Frauenrechtsorganisation Femen ist mit entblößtem Oberkörper schreiend auf Amtsinhaber Milos Zeman losgestürzt, als dieser im Wahllokal seine Stimme abgeben wollte.

Die Tschechen wählen am Freitag (08.00 Uhr) und Samstag einen neuen Präsidenten. Der 73-jährige Staatschef und ehemalige Kommunist war nach 1989 Chef der Sozialdemokratischen Partei, Parlamentspräsident und Regierungschef. Amtsinhaber Zeman, der sich erneut um das fünfjährige Mandat bewirbt, geht Umfragen zufolge als Favorit ins Rennen.

Als aussichtsreichste Gegenkandidaten gelten der Chemieprofessor und Ex-Präsident der Akademie der Wissenschaften, Jiri Drahos, der Liedtexter Michal Horacek und der konservative Ex-Ministerpräsident Mirek Topolanek. Der Politikneuling strebt nach eigenen Worten an, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden. Der 68-Jährige befürwortet Tschechiens EU- und Nato-Mitgliedschaft, lehnt aber wie alle anderen Präsidentschaftskandidaten die EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge ab.

Einige Umfragen deuten darauf hin, dass Drahos der Einzige ist, der Zeman in der Stichwahl schlagen könnte. Erreicht keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, findet in zwei Wochen eine Stichrunde statt.

Hochrechnungen werden nicht veröffentlicht. Das tschechische Staatsoberhaupt hat vor allem repräsentative Aufgaben. Er verfügt über ein begrenztes Mitspracherecht in der Außenpolitik und ernennt die Verfassungsrichter.

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