Studie: Terrorismus und Migration sorgen EU-Bürger besonders

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Hierzulande sprechen sich 59 Prozent der AfD-Anhänger gegen eine stärkere EU aus.

Gütersloh. Die Bürger der EU wünschen sich eine bessere Steuerung der Migration und sehen in der Globalisierung eine Chance: Aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung geht hervor, dass die meisten Europäer gegenüber der EU positiv eingestellt sind. 45 Prozent derjenigen, die internationale Verflechtung generell als Bedrohung ansehen, sind zugleich trotzdem EU-freundlich.

Mit dem Umfrageinstrument eupinions befragt die Bertelsmann Stiftung regelmäßig Bürger in der gesamten Europäischen Union zu politischen und gesellschaftlichen Themen.

► Das Ergebnis: 56 Prozent der Menschen haben mit der Globalisierung gute Erfahrungen gemacht - und von diesen wünschen sich 64 Prozent eine tiefere EU-Integration. Allerdings gebe es bei der Einstellung zur Globalisierung einen deutliche Unterschied zwischen der allgemeinen und der persönlichen Wahrnehmung, erklärte die Stiftung.

Auffallend ist: Während eine breite Mehrheit der Anhänger von Mitte-rechts bis zu Links-Parteien eine vertiefende europäische Zusammenarbeit unterstützt, bröckelt der EU-Enthusiasmus teilweise bei Anhängern des bürgerlich-konservativen Lagers (FDP Deutschland, Les Republicains Frankreich).

Nur die Wähler rechter und rechtspopulistischer Parteien lehnten meist jede Art der politischen und wirtschaftlichen Öffnung ab: Sowohl die Globalisierung als auch die EU.

In Deutschland sind die EU-Unterstützer über die meisten Parteigrenzen hinweg fast überall klar in der Mehrheit.

Die EU wird von Rechtspopulisten gerne als Moloch dargestellt, der nationalen Staaten jede Souveränität raube.

Zudem scheine bei der FDP das Europa-Bekenntnis zu wackeln, heißt es von den Studienautoren. In Polen will die Mehrheit der Sympathisanten der rechtspopulistischen Oppositionspartei Kukiz'15 weniger europäische Zusammenarbeit. Für die Rechten ist Europa hingegen nicht Teil der Lösung, sondern das Problem. "Viele Unterstützer linker Parteien sehen die Globalisierung als Bedrohung, unterstützen aber eine Weiterentwicklung der EU. Deshalb lehnen sie europaweit konsequent eine verstärkte Integration ab", so Isabell Hoffmann.

Der Kampf gegen den Terror ist für die Europäer die wichtigste Aufgabe der EU. Wirtschaftliche Fragen und Fragen der sozialen Gerechtigkeit spielten unabhängig von der Landeszugehörigkeit mit jeweils rund sechs Prozent eine geringere Rolle.

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