Mordprozess nach Messerattacke in Hamburger Supermarkt

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Der abgelehnte Asylbewerber hatte am 28. Juli in einem Supermarkt auf einer belebten Einkaufsmeile in Hamburg einen 50-Jährigen erstochen und anschließend sechs weitere Menschen verletzt.

Der Angeklagte im Mordprozess um die Messerstecherei in einem Hamburger Supermarkt hat zu Prozessbeginn am Freitag von seinem Anwalt ein Geständnis verlesen lassen.

Zum Auftakt erklärte die Verteidigung vor dem Oberlandesgericht, der 26-Jährige erkläre sich in allen Anklagepunkten schuldig. "Die Taten hatten aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund".

Die Anklage hält den Palästinenser für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. Ahmad A. sei es aus einer islamistischen Gesinnung heraus darum gegangen, "möglichst viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens zu töten", so das Ergebnis ihrer Ermittlungen. Deshalb könne sich der Angeklagte auch nicht an Einzelheiten der Tat erinnern und werde dazu nichts sagen.

Dafür beantwortete er Fragen zu seinem Lebenslauf. "Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht willkommen bin", erklärte er laut Dolmetscher, der aus dem Arabischen übersetzte. Nach dem grausigen Verbrechen war Ahmad A. von Passanten verfolgt, überwältigt und dabei selbst verletzt worden. Der Anwalt erklärte dazu: "Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Jihad". Doch die Terrormiliz hat sich nicht zu der Messerattacke bekannt. Geboren ist der Palästinenser in Saudi-Arabien, seine Mutter war Lehrerin. Ein Studium der Zahnmedizin brach der junge Mann ab, erhoffte sich in Europa ein besseres Leben und kam schließlich nach Deutschland.

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