JP Morgan Chase verdient trotz Steuerdämpfer weiterhin Milliarden

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Schwache Geschäfte im Anleihehandel und eine Sonderbelastung durch die amerikanische Steuerreform haben den Gewinn der größten Bank der Vereinigten Staaten JP Morgan einen Ergebnissturz von mehr als einem Drittel beschert. Unter dem Strich kamen im Schlussquartal 4,2 Mrd.

So wie JP Morgan leiden jedoch die meisten anderen US-Banken unter der Steuerreform von Trump - allerdings nur kurzfristig. Vor diesen Sonderbelastungen erreichte der Gewinn 6,7 Milliarden Dollar bzw 1,76 Dollar je Aktie.

Zentrale in New York: JP-Morgan-Chef Dimon ist mit der Jahresbilanz seines Hauses zufrieden. Die Kosten der Bank stiegen auf 14,59 von 13,83 Milliarden Dollar.

Die Erträge im Handel mit Anleihen, bei dem traditionell auch die Deutsche Bank in den USA stark vertreten ist, gingen wegen der Zurückhaltung der Kunden und extrem niedriger Schwankungen an den Finanzmärkten um 34 Prozent zurück. Vor allem im Investmentbanking, zu dem neben dem schwächelnden Handel das Beratungsgeschäft rund um Fusionen, Übernahmen und Börsengängen gehört, habe sich das Institut hervorragend geschlagen. Das trifft die Citigroup sehr stark, aber auch Rivalen wie die Bank of America, Barclays, Credit Suisse oder die Deutsche Bank. Die europäischen Konkurrenten brauchen noch etwas länger, bis sie den Investoren einen Blick in die Bücher gewähren. Auch sie hat bereits vor Folgen der Steuerreform für ihre Bilanz gewarnt und erwartet deshalb einen kleinen Verlust.

Bei Wells Fargo hatte die Steuerreform direkt einen positiven Effekt. Doch für viele Finanzinstitute führt die Änderung zunächst zu Belastungen: Sie haben während der Finanzkrise milliardenschwere Verluste erlitten, die sie über Jahre geltend machen können und die die Steuerlast drücken. Mittelfristig werden die Banken durch die Senkung der Unternehmensteuern von 35 auf 21 Prozent sogar profitieren. Doch mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt der Wert dieser Verlustvorträge, die sie nun abschreiben müssen.

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