Trump spricht von "Drecksloch-Ländern"

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Dass Äußerungen des US-Präsidenten für Empörung und Kopfschütteln sorgen, daran hat man sich fast schon gewöhnt.

Tatsächlich hatte Trump am Mittwoch schon aus Versehen einem Vorschlag der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein zugestimmt. Im Gegenzug sollten Menschen in den USA bleiben dürfen, die vor Naturkatastrophen in ihren Heimatländern geflohen waren, darunter Bewohner aus El Salvador, Guatemala und Haiti.

Beim Thema Einwanderung habe Trump gefragt: "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern hierher?"

Offenbar gefiel Trump dieser überparteiliche Kompromiss überhaupt nicht. Auch die "New York Times" zitiert Trump mit dem beleidigenden Satz. "Warum brauchen wir mehr Haitianer?", habe Trump protestiert: "Schmeißt sie raus!"

Stattdessen sollten die USA doch mehr Leute aus Norwegen ins Land bringen, habe Trump anschließend hinzugefügt. Und er erklärte, dass er auch Einwanderer aus bestimmten asiatischen Ländern akzeptieren würde.

Das Weiße Haus bestritt Trumps Aussage nicht. Sie forderte Trump auf, sich beim amerikanischen Volk und bei den betroffenen Ländern zu entschuldigen. Trump wolle Einwanderer willkommen heissen, die zur Gesellschaft und zum Wirtschaftswachstum der USA beitrügen sowie sich an die "grossartige Nation" anpassten.

Auch andere Republikaner sowie Demokraten reagierten auf Trumps Worte empört.

Mia Love, die den Bundesstaat Utah im Repräsentantenhaus vertritt und deren familiären Wurzeln in Haiti liegen, zeigt sich empört: "Dieses Verhalten ist nicht hinnehmbar". Der demokratische Senator Ben Cardin sagte: "Ich hätte nie geglaubt, dass so etwas aus dem Mund des Präsidenten der Vereinigten Staaten kommt. Das ist extrem schädlich".

Deshalb hat er nicht nur den US-Kongress um 18 Milliarden Dollar für seine Mauer an der mexikanischen Grenze gebeten - er verhandelt dieser Tage auch gemeinsam mit Republikanern und Demokraten über eine mögliche Reform der Einwanderungsgesetze. Hinreichend belegt ist auch der skandalöse Umgang seiner Firma mit afroamerikanischen Wohnungssuchenden: Mitte der siebziger Jahre hatte sich Trump vor Gericht zu verantworten, da farbige Interessenten in internen Dokumenten speziell gekennzeichnet wurden - um sie daran zu hindern, eine Wohnung in den Trump-Häusern zu mieten. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" sagte er dem überraschten Reporter, der ihn mit früheren "Rocket-Man"-Äußerungen konfrontierte: "Sie werden das bei mir häufiger erleben".

Als es um Details ging, kam auch die "Green-Card-Lotterie" ins Gespräch, die Donald Trump abschaffen wollte. Er muss ins Krankenhaus, um seinen jährlichen Gesundheits-Check zu absolvieren.

Trump hatte Anfang September 2017 entschieden, das von seinem Vorgänger Barack Obama ins Leben gerufene Programm zu beenden.

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