Die Türkei will mit Kanzlerin Merkel reden - aber nicht über Deniz Yücel

Einstellen Kommentar Drucken

Auch zum Fall Yücel gibt es Neuigkeiten. Darunter ist der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel". Zum türkischen "Tag der arbeitenden Journalisten", der am Mittwoch begangen wurde, erklärte Erdogan: "In Sachen Pressefreiheit, neueste Kommunikationstechnologien, soziale Medien und Internetjournalismus ist die Türkei heute eines der führenden Länder der Welt". Der türkische Staatschef habe zuletzt mehrfach mit der Kanzlerin und mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier telefoniert, sagte er.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA erneut vorgeworfen, die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu verweigern.

Kritik an Nazi-Vergleichen aus Ankara an die Adresse Deutschlands wegen der Auftrittsverbote für türkische Regierungsvertreter im vergangenen Jahr wies Çavuşoğlu vehement zurück. "Wir sollten den Dialog aufrecht erhalten". "Was ist mein Vorteil, wenn ich Deniz Yücel inhaftiere?" Nichts. Es vergiftet unsere Beziehungen. "Sie haben Erdogan einen Diktator genannt, Sie haben Erdogan schwer beleidigt", sagte Cavusoglu in dem Gespräch, das fast durchweg entspannt und in freundlicher Atmosphäre verlief. "Wenn Sie Erdoğan und uns Diktator nennen, sollten Sie auch ähnliche Kritik von Erdoğan erwarten".

Der Minister äußerte sich zugleich anerkennend über die Bundeskanzlerin. Das sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu bei einem Treffen mit deutschen Journalisten in Antalya. Cavusoglu sagte der ARD, das türkische Verfassungsgericht könnte möglicherweise bald über seine Freilassung aus der Untersuchungshaft entscheiden. "In den vergangenen fünf, sechs Jahren ist sie die einzige echte Anführerin in Europa gewesen". "Ich hoffe das ernsthaft". Erst Ende Dezember hoben beide Länder rund drei Monate andauernde wechselseitige Visasperren wieder auf.

Comments